Projekt FranceMobil

Kulturinstitut auf Rädern zu Gast in Wolfhagen

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Hat Spaß beim Nacherzählen eines Musikvideos: Die Klasse 6G1 mit Französisch-Lektor Stéphan Allanic (rechts).

Wolfhagen. Selten dürfte es im regulären Französischunterricht derartig tumultartige Szenen geben, wie sie sich am Dienstag im Sechser-Gebäude der Wilhelm-Filchner-Schule (WFS) abspielten. Da balgten sich zwei 12-Jährige um einen Zettel mit dem Wort „Citron" und eine „Bombe" flog mit Schwung durch den Klassenraum.

Zu verdanken ist dieser Ausbruch dem Besuch von Stéphan Allanic, Lektor des Projekts FranceMobil. Seit Anfang September fährt der junge Franzose durch Hessen, um Schüler für die französische Sprache zu begeistern und ihnen ein zeitgemäßes Bild von Frankreich zu vermitteln. Seit das Projekt im Jahr 2002 durch die Französische Botschaft in Berlin und die Robert-Bosch-Stiftung gestartet wurde, wurden über 10 300 Grund-, Real- und Berufsschulen sowie Gymnasien besucht.

An der WFS kamen die 6G1 und G4 sowie zwei neunte Klassen in den Genuss einer ungewöhnlichen Schulstunde. Die Schüler der sechsten Klassen müssen bald entscheiden, welche zweite Fremdsprache sie im nächsten Schuljahr belegen wollen: Spanisch, Französisch oder Latein. „Die Stunde soll den Schülern bei dieser Entscheidung helfen“, sagt Französischlehrer Matthias Stolle, der den Besuch des FranceMobil organisiert hat. Die Schüler sollen so die Möglichkeit haben, mit einem jungen Franzosen zu interagieren und die „Sprache aus erster Hand zu erfahren“.

Spielerisch lernen

Die Sechstklässler sind mit viel Enthusiasmus dabei. Mit Hilfe des Galgenmännchens erraten sie nicht nur Allancics Vornamen, sondern auch die Worte für die wichtigsten Farben, bleu, rouge, jaune, vert und orange. Mit einer Variante des Spiels „Reise nach Jerusalem“ wird das Ganze dann gefestigt. Eine der beiden Klassen schaut außerdem ein Video des französischsprachigen Rappers Stromae und zeigt, dass sie die Geschichte des Videos nacherzählen können, ohne zu verstehen, worüber der ruandisch-belgische Popstar überhaupt singt. Auch eine „Bombe“ kommt zum Einsatz. Wer sie auffängt, muss auf Französisch erzählen, wie er oder sie heißt.

Die Neuntklässler lernen mehr über Geographie. „Das passt zum Unterrichtsthema, denn dort war die Region Provence vor kurzem Thema“, sagt Stolle. Auch wenn es weniger Bewegungsspiele gibt, wird der Ehrgeiz der sonst so coolen Jugendlichen doch geweckt, als sie in Teams gegeneinander antreten. „Ich fand die Aktion richtig cool, es hat viel Spaß gemacht“, sagt Laura Schäfer (15). Ihr Mitschüler Justin Bartling stimmt ihr zu und erklärt: „So spielerisch zu lernen, ist einfach besser als nur irgendetwas stumpf zu lesen“. (ypm)

Quelle: HNA

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