Froh, dass wenigstens die gelbe Post geblieben ist, wenn schon nicht die Postbank

Kunden froh über neue Postagentur an der Rotenburger Straße

Die Gelbe Post neben weißer Ware: Im Elektrohandel Ritschel in der Rotenburger Straße in Melsungen können Postkunden seit Jahresbeginn alles erledigen, was die gelbe Post an Dienstleistungen anbietet. Aber endgültig geschlossen wurde das Postfinanzcenter. Für die Kunden Jutta Arsand (vorn links) und Unternehmer Christian Seeger, der seine postlagernden Sendungen abholt, ist das kein Problem. Petra Ritschel und Monika Monk (vorn rechts) hören zumeist positive Resonanz auf ihr Dienstleistungsangebot. Fotos: Brückmann

Melsungen. Seit Anfang des Jahres ist der Weg zum Postfach einige Schritte kürzer. Der Melsunger Geschäftsmann Konrad Kellner freut sich und geht gern in die neue Postagentur an der Rotenburger Straße 13 in Melsungen.

Stefan Weber, angehender Bürokaufmann im Autohaus Zimmermann, muss dagegen seinen täglichen Weg zur Post besser bedenken.

Denn in der Agentur muss er sich die Öffnungszeiten halten, bis Jahresende waren die Fächer in der Post ein paar Häuser weiter rund um die Uhr zugänglich. Das ist gewöhnungsbedürftig. Seine Kollegin stand deshalb schon vor verschlossener Tür, als sie die Zustellungen fürs Autohaus abholen wollte.

Doch die meisten Kunden der gelben Post sind zufrieden. Das ist die Erfahrung von Petra Ritschel. Ihr Ehemann Jürgen ist der Betreiber der neuen Postagentur und sie steht mit vier weiteren Kolleginnen in Melsungen hinter dem Tresen.

Erfahrung hat das Ehepaar mit dem Postgeschäft bereits seit sieben Jahren in Wabern. Dort betreuen die Ritschels mit ihrem Team auch Postbankkunden. Doch in Melsungen habe die Postbank kein Angebot aufrecht erhalten wollen, sagt Petra Ritschel.

Das findet Manfred Schmidt ein Unding. „Das sind bedenkliche Kapitalistensitten“, kritisiert er. Und für ihn stellt sich außerdem die Frage, ob sich für den Elektrohändler die Agentur in Melsungen auf Dauer rechnen wird, „und dann macht er auch dicht“.

„Für eine Stadt wie Melsungen ist das ein trauriges Bild“, urteilt Sigrid Schaub. Die Melsungerin ist froh, dass die Agenturbetreiber wenigsten die Dienste der gelben Post anbieten. Doch was machen „die armen alten Leute?“, fragt Petra Cinar. Schließlich funktioniere nicht alles am Computer, pflichtet Sigrid Schaub bei. Auch wenn die Postbank auf den Geldautomaten verweist, der noch in der alten Post steht.

Geschäftsman Christian Seeger dagegen kann der neuen Konstellation auch Gutes abgewinnen: „Solche Schlangen wie früher bei der Post gibt es hier nicht.“ (and)

Öffnung: Mo. – Fr. 8.30 bis 12.30 Uhr und  14 bis 17 Uhr, Sa. 9 bis 12 Uhr.

Quelle: HNA

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