Städtischer Mitarbeiter genervt

Bananenschale liegt seit 20 Jahren fast täglich an Verkehrsinsel

+
Signal für Aliens oder Dummer-Jungen-Streich? Wolfgang Schiffner nimmt es mit Humor und räumt die Schalen von der Straße.

Wolfhagen. Es ist kein vorzeitiger Aprilscherz: Seit fast 20 Jahren wirft ein Unbekannter fast täglich seine Bananenschale auf die Verkehrsinsel bei der großen Ampelkreuzung am Wolfhager Tegut-Markt.

Manchmal gammeln so mehrere Bananenschalen ein paar Tage vor sich hin, bis der städtische Mitarbeiter Wilfried Grede entnervt die braunen Reste entsorgt, Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr.

Andreas Nimmesgern von der Stadt Wolfhagen beobachtet das Schauspiel schon seit fast 20 Jahren auf dem Weg zur Arbeit. „Immer liegt mindestens eine Schale dort. Ich habe aber noch nie jemanden gesehen, der sie da hinwirft.“ Der ominöse Bananen-Fan ist bisher nicht enttarnt, seine Beweggründe nicht enthüllt. Rätselraten auch darüber, ob es sich um einen Fußgänger handelt, der jeden Tag den selben Weg geht und bei der Straßenüberquerung die Schale mittendrin fallen lässt. Oder ein Autofahrer, der die Reste seines Frühstücks durchs Fenster nach draußen feuert - und dabei womöglich Zielen übt? Ist es eine Frau oder ein Mann?

Ein großer Umweltschützer scheint diese Person jedenfalls nicht zu sein. Wohl auch niemand, der gern Verantwortung übernimmt. „Das ist eine ganz gefährliche Sache“, meint Wilfried Grede. Besonders ältere Leute seien in Gefahr, auf der Schale auszurutschen. „Die ist glatt wie Schmierseife.“

Für die Polizei hat der Vorgang sogar strafrechtliche Relevanz. Die Beschmutzung der Straße, und dazu gehöre die Verkehrsinsel, sei ein Eingriff in den Straßenverkehr, erklärt Torsten Werner vom Polizeipräsidium Kassel. Der Unbekannte müsste für diese Ordnungswidrigkeit Strafe zahlen. Straffördernd sei zusätzlich die große Beharrlichkeit, mit der der Unbekannte seit zwei Jahrzehnten zu Werke gehe, meint Werner.

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

Kommentare