Johannes Kowal stellt noch bis Anfang Juni im neuen Naumburger Café aus

Kunst aus uralten Balken

Kunst im Café: Chefin Bettina Dehl mit Johannes Kowal, der eine seiner Holzskulpturen präsentiert. An den Wänden hängen Gemälde Kowals. Foto:  Norbert Müller

Naumburg. Für den Pfarrer eine Last, für den Künstler eine Lust: Die Sanierung des Daches der Naumburger Stadtpfarrkirche hat Pfarrer Johannes Kowal angesichts der hohen Kosten so manche schlaflose Nacht bereitet. Für ihn als Künstler hatte die Erneuerung des Gebälks aber auch seine gute Seite.

Bis zu 300 Jahre alte, von Nässe angegriffene Eichenbalken wurden von den Zimmerleuten ersetzt, landeten im großen Abfallcontainer. Da hat sich Johannes Kowal bedient, hat die noch nicht angefaulten Stücke herausgenommen und ins nahe Pfarrhaus gebracht.

In seiner Freizeit hat er die ersten Hölzer bearbeitet, kombiniert mit Metall und Stein entstanden Skulpturen, die er derzeit gemeinsam mit einer Auswahl seiner Gemälde im Café Milch & Zucker an der Naumburger Unteren Straße ausstellt.

Vom Kirchendach

„Das sind Balken, die schon tot waren und im Abfall lagen, denen habe ich das Leben geschenkt“, sagt Kowal. Fünf der in diesem Jahr entstandenen Holzskulpturen sind noch bis zum 3. Juni im erst kürzlich eröffneten Café ausgestellt.

Die Auswahl der Skulpturen und auch der 18 Bilder und Holzreliefs traf die Chefin des Cafés, Bettina Dehl. Sie ist ganz nebenbei für alle Ausstellungen Kowals zuständig und war es auch schon, ehe sie das Café eröffnete.

Zum Angebot des Cafés wird neben Leckereien von Kuchen bis Ahler Worscht, Kaffee bis Wein auch künftig Kulturelles gehören: Ausstellungen, Lesungen, Vorträge. Das Café, sagt Bettina Dehl, soll Treffpunkt sein für die Menschen, eine Plattform für Gespräche bieten.

Holz für 350 Jahre

Gesprächsanregend ist auch die Kunst des Naumburger Stadtpfarrers, der Paradiesische Zyklus auf Papier, die Holzskulpturen, von denen er in seiner Freizeit weitere schaffen wird.

Genügend Material hat er gesichert: „Ich habe noch Holz für 350 Jahre“, sagt Johannes Kowal lachend.

Von Norbert Müller

Quelle: HNA

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