Am Apparat: Stipendiatin Verena Waldmüller zeigt ihre Werke in der Kunsthalle

Kuriose Konstruktionen

Ausstellungseröffnung: Bernhard Balkenhol, Dr. Rolf Luhn (Sparkassen-Versicherung), Dieter Werkmeister, Heinrich Vesper (von links) und die Kirmesburschen gratulierten der Stipendiatin. Foto: Rose

Willingshausen. Verena Waldmüller sitzt der Schalk im Nacken. Das bescheinigte ihr zumindest Kurator Bernhard Balkenhol am Freitagabend in der Willingshäuser Kunsthalle.

Die hatte sich nämlich in eine Maschinenhalle verwandelt, und die kuriosen Konstruktionen stammten von der 26. Künstlerstipendiatin.

Viele Gäste, Freunde, Studenten der Kunsthochschule Kassel und Vertreter aus Politik und Wirtschaft besuchten die Ausstellung der 31-Jährigen, um zu schauen, was in drei Monaten Leben und Arbeiten im Malerdorf entstanden war.

Die Werkschau trägt den Titel „Am Apparat“. Und Apparate gab es in Hülle und Fülle zu bestaunen. „Mit Kunst hat das scheinbar nichts zu tun“, sagte Balkenhol. Waldmüllers künstlerische Methode sei es, nicht den Regeln zu folgen, „sondern ihren eigenen“. Sie spanne mit einem Rahmen – einst ein Siebdruckrahmen – bewusst den Bogen zur Malerkolonie. Die Fundstücke für die Skulpturen stammten aus Willingshäuser Haushalten. Jedoch böten die Werke der Stipendiatin keine vollständig logische Erzählung. Ihre Kunst bilde nicht ab, sie stelle her. „Maschinen zitieren Maschinen, sie verschweigen das nicht“, sagte der Kurator. Waldmüller rücke Volumen, Form, Abläufe in den Mittelpunkt, nicht das Produkt.

An den Verbindungsstellen würden die Arbeiten richtig interessant. „Sie zielen damit auf die Verbindungsstellen im Kopf.“ Bei aller Spielerei seien die Werke „sauber gemachter Maschinenbau“. Dem Betrachter beschere das doppelten Genuss. „Zum einen die äußere Gestalt, zum anderen die Sinnwerdung und Sinngebung.“ Dabei bediene sich die Künstlerin der symbolischen Arbeitsweise von Kindern. Die Aufgabe der Gäste sei es, den Sinn zu suchen – und vielleicht auch zu erfinden.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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