Der Waberner Geschichtskreis stellte jetzt seinen neuen Heimatkalender vor

Kurioses aus alten Tagen

Ein ungewohntes Gerät: Tim (9) und Lars (7) Wiederhold aus Falkenberg probierten ein altes Telefon mit Hörer, Wählscheibe und Schnur der 1950er Jahren aus. Foto: Mangold

Wabern. Er erzählt Geschichten zu den Häusern, ihren Bewohnern und damit auch vom Leben in früheren Zeiten: Der Geschichtskreis Wabern stellte jetzt seinen 13. Heimatkalender mit einer Ausstellung in der Mehrzweckhalle vor.

Jedes Monatsblatt zeigt ein historisches Foto eines Waberner Gebäudes, die Rückseite liefert neben Informationen über das Haus, seinen Erbauer und den Familienstammbaum auch kuriose Begebenheiten und spannende Texte wie die Erinnerungen von Martha Möslein.

Ihr Urgroßvater Johann Heinrich Strippel war Förster im Reiherwald zur Zeit des Landgrafen Carl. Beim Rückzug der letzten Truppen Napoleons sprengten Soldaten einen Munitionswagen in der Nähe des Forsthauses in die Luft. Vom Forsthaus blieb nicht viel übrig, Möbel und Hausrat lagen in 100 Metern Entfernung herum, die Bewohner hatten sich rechtzeitig vorher im Wald versteckt.

Beschrieben werden unter anderem auch die Ursprünge der Firma Blecher in Wabern als Tankholzwerk für Holzvergaser, mit denen die Fahrzeuge im Zweiten Weltkrieg angetrieben wurden. Der Krieg veränderte auch das Haus der Familie Don, das durch die Flutwelle infolge der Bombardierung der Edersee-Staumauer am 17. Mai 1943 beschädigt wurde.

Das Dezemberbild ist ein Gruß des Geschichtskreises, auf der Rückseite findet sich ein vergnügliches „Gemähre“ von Pfarrer Dieter Otto in Mundart.

Zu den Schwerpunkten Eisenbahn und Zuckerrübe zeigte der Geschichtskreis in der Ausstellung zahlreiche Fotos, alte Bilder, Filme, Presseberichte, Urkunden, Pläne und Gebrauchsgegenstände.

Wandel der Zuckerfabrik

Anhand des Wandels in der Zuckerproduktion wolle der Verein den technischen Fortschritt deutlich machen, erklärte Vorsitzender Manfred Uchtmann. Im Jahr 1846 gab es die erste Zuckerfabrik in Wabern, die Rüben wurden noch mit Pferdekutschen angeliefert. Heute verarbeitet der Standort Wabern der Südzucker AG rund 6500 Tonnen Rüben täglich.

Besonderer Gast war Dr. Hanjo Puke, Diplom-Chemiker der Firma Südzucker, der bei der Recherche seines Familienstammbaums Kontakt mit dem Geschichtskreis aufnahm, weil er mit dem Gründer der Waberner Zuckerfabrik verwandt ist. Die Veranstaltung war so gut besucht wie noch nie zuvor, unter anderem interessierten sich viele derzeitige und ehemalige Mitarbeiter der Bahn und der Zuckerfabrik für die Ausstellung der alten Bilder. • Der Kalender wird in den beiden Waberner Banken und in der Postfiliale im Elektrogeschäft Ritschel verkauft.

Von Bettina Mangold

Quelle: HNA

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