Wer will Stadtprinzenpaar werden?

Kurz vor der Karnevalszeit: Fritzlarer Narren suchen noch einen Prinzen

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Wer wird der nächste Prinz Karneval in Fritzlar? Otto May und seine Mitstreiter von den Eddernarren suchen noch ein karnevalistisches Oberhaupt.

Fritzlar. Karneval feiern ohne einen Prinzen: Was sich die Fritzlarer Narren nicht vorstellen können, wird vielleicht bald Realität. Die Eddernarren haben nämlich noch kein Stadtprinzenpaar für die kommende Session.

Otto May träumt derzeit häufig vom Rosenmontagsumzug. Er stellt sich vor, wie die Karnevalswagen über den Fritzlarer Marktplatz ziehen und dem Stadtprinzenpaar zujubeln. Doch der Gruß wird nicht erwidert. Denn auf dem Wagen steht kein Prinzenpaar.

Noch ist das für den Präsidenten der Eddernarren nur ein (Alb-)Traum. Am 27. Februar 2017 könnte der jedoch Wirklichkeit werden. Denn wenige Wochen vor der Prinzenproklamation am 11. November gibt es noch keinen Bewerber für das Amt. Die Narren suchen händeringend nach einem Stadtprinzenpaar.

Kein Notfallplan

„Einen Notfallplan gibt es nicht“, sagt May. Der Präsident steht im Vereinshaus der Eddernarren. An der Wand hängen Bilder von den Prinzenpaaren der vergangenen 40 Jahre. Die Galerie reicht von Prinz Axel I und Prinzessin Ute I Kirchner aus der Session 1975/1976 bis zu Thorsten I und Prinzessin Silke I Putz in der vergangenen Session. Es gibt keine Lücke. Ein Stadtprinzenpaar haben die Narren schließlich noch immer gefunden. Auch wenn es manchmal schwierig war.

Für die nächste Session sah es auch gut aus. Vier Paare waren im Rennen um die Prinzenwürde. Nach und nach haben sie aber den Eddernarren abgesagt. „Die Paare wollen noch eins, zwei Jahre warten“, sagt May. Von vier Kandidaten blieb keiner übrig. „Ratzfatz war alles vorbei.“

Der Präsident hat noch einmal im Verein gefragt, Freunde und Bekannte angesprochen. Bisher ohne Erfolg. „Ich kann doch nicht von Haus zu Haus laufen“, erklärt er. Und wie wäre es, wenn der letztjährige Prinz einfach noch ein Jahr dranhängt? Könnten Thorsten I und Prinzessin Silke I nicht weitermachen? „Nein, das geht nicht“, stellt May klar. „Man kann nur einmal im Leben Prinz sein.“

Der Präsident kann nur vermuten, warum es so schwer ist, ein Prinzenpaar zu finden. „Ich weiß nicht, ob es am Geld liegt, oder daran, dass alle keine Traute haben.“ Wer Prinz sein möchte, sollte mit Ausgaben im dreistelligen Bereich rechnen. Das Gros machen die Wurfmaterialien aus: Blumen, Süßigkeiten und Plüschtiere, die das Paar bei seinen Auftritten im Publikum verteilt.

25 Termine in der Session

Apropos Auftritte: Über die Session verteilt gibt es etwa 25 Termine, die das Prinzenpaar wahrnimmt. Auftakt ist am 11. November mit der Proklamation auf der Rathaustreppe. Die findet übrigens in jedem Fall statt: mit oder ohne Prinzen. Ein Kinderprinzenpaar gibt es schließlich - so wie in jedem Jahr.

Das muss der Karnevalsprinz mitbringen

Einmal im Leben Karnevalsprinz sein: Das ist in Fritzlar möglich. Folgende Voraussetzungen sollten Bewerber mitbringen: 

• Der Prinz sollte in Fritzlar oder Umgebung geboren sein. 

• Eine Mitgliedschaft im Karnevalsverein ist nicht notwendig. 

• Prinz und Prinzessin sollten liiert sein. 

• Der Prinz sollte volljährig sein. 

• Ein lustiges und fröhliches Wesen ist von Vorteil. 

• Das Paar sollte ein paar Tage Urlaub nehmen können. „Am besten nehmen sie sich die Rosenmontagswoche frei“, erklärt Otto May. 

• Dem Prinzenpaar wird während der Session ein Adjudantenpaar zur Seite gestellt. Die Kostüme werden gestellt, für die Auftritte gibt es einen Fahrservice. „Es gibt Unterstützung in allen Belangen“, betont May.

Wer Karnevalsprinz werden möchte, kann sich bei Otto May melden. Der Präsident der Eddernarren verspricht, alle Anfragen vertraulich zu behandeln. Er ist unter Tel. 05622/2307 sowie per Mail an ottomay@web.de zu erreichen.

Quelle: HNA

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