Kurze Strecke, viel Gefahr - Welcheröder fordern seit Jahren Radweg

Frielendorf - Welcherod. Fast 15 Jahre schon fordern die Welcheröder einen Fuß- und Radweg zwischen dem Frielendorfer Ortsteil und dem Kernort.

Immer wieder werde in das Radwegenetz für den Freizeitbedarf investiert, erklärt Ortsvorsteherin Susanne Möller. „Für uns wäre ein kurzes Stück einfach ein Teil der Infrastruktur.“

Zwei Kilometer sind es von Frielendorf nach Welcherod. Gerade mal 600 Meter bis zum nächsten Wirtschaftsweg müssten mit einem Geh- und Radweg überbrückt werden, dann könnten die Welcheröder auch ohne Auto sicher nach Frielendorf gelangen.

„240 000 Euro, inklusive Grundstücksankäufen, würde die Verbindung kosten“, sagt Frielendorfs Bürgermeister Birger Fey. Bei einer 75-prozentigen Förderung bliebe ein Kostenanteil von 60 000 Euro bei der Gemeinde. Jedes Jahr sei das Projekt beim Land Hessen zur Förderung angemeldet worden. Und die Notwendigkeit sei klar, erklärt er.

Das unterstreicht auch die Ortsvorsteherin. Da es in dem ehemaligen Zechendorf keine Einkaufsmöglichkeit gebe, seien viele Einwohner auf eine gute Anbindung an den Kernort angewiesen. Und die kurze Strecke entlang der Straße als Fußgänger oder Radfahrer zu bewältigen, sei schlichtweg zu gefährlich: Die Straße ist kurvig, viel befahren, an einigen Stellen schlecht einsehbar.

Inzwischen macht sich auch Landtagsabgeordnete Regine Müller in Wiesbaden stark für das Projekt. „Die Verkehrssituation ist gefährlich und unbefriedigend“, erklärte sie Verkehrsminister Florian Rentsch.

„Schlechteste Begleitstraße“

Sie teilt die Einschätzung des Bürgermeisters, dass es sich bei diesem Abschnitt zwischen den beiden Ortsteilen um die schlechteste Begleitstraße Frielendorfs handele - und jede Besorgung, jeder Gang zum Arzt führe in die Kerngemeinde.

Ablehnende Bescheide aus Wiesbaden füllen inzwischen Aktenordner. Immer wieder gibt die Haushaltslage eine Förderung nicht her: Das Geld fehlt. Einmal wurde das Nein damit begründet, dass die „Frequentierung mit 75 Fußgängern und Radfahrern in der Stunde nicht gegeben ist“. „Bei insgesamt 400 Einwohnern schaffen wir das in 100 Jahren nicht“, meint Susanne Möller.

Als nicht ganz aussichtslos bewertet Hessen Mobil, ehemals Amt für Straßen- und Verkehrswesen, die Lage. Zwar seien die Kriterien für einen Radweg als Landesprojekt nicht gegeben, dennoch sei die Förderung eines Gemeindevorhabens möglich. Ob dies der Haushalt 2013 vorsieht, konnte Hessen Mobil-Sprecher Horst Sinemus nicht sagen.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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