Monika Schmidt organisiert für Kollegen der VR-Bank Schwalm-Eder vier Patenschaften

400 Patenschaften: Kurzer Draht nach Afrika

Hilfe: Mit den Patenschaften wird das Schulgeld der Kinder bezahlt. Im Bild Schüler der Grundschule Song Taaba. Foto: privat

Melsungen. Mehr als 400 Patenschaften pflegen Melsunger zu Menschen in Koudougou in Burkina Faso. Die Stadt in einem der ärmsten Länder der Welt ist Melsungens Partnerstadt.

„Diese Partnerschaft wollen wir mit unseren Freundschaften zum Ausdruck bringen“, sagt Monika Schmidt. Die 60-jährige Röhrenfurtherin betreut gleich vier Patenschaften. „Ich organisiere das nur für die Kollegen der VR-Bank Schwalm-Eder und mich“, sagt sie. Das ist bescheiden, denn die Patenschaften kosten viel Zeit, jedenfalls wenn man sich so kümmert, wie Monika Schmidt es macht.

Zugang zu Bildung

Die Patenschaften der Bank gehen auf Willi Schmidt zurück. Der Bank-Mitarbeiter hatte 1985 während einer Weihnachtsfeier die Idee. Bis heute beteiligen sich die Kollegen. Sie habe das Amt 2006 übernommen.

„Die Beträge sind nicht hoch, das tut niemandem weh. Aber wir verhelfen jungen Menschen zum wichtigsten im Leben. Bildung“, sagt Schmidt. Denn das ist die Idee des Partnerschaftsverein. Jungen Afrikanern die Schule und zum Teil auch Ausbildung und Studium zu finanzieren.

Manche Kollegen würden 40 Euro im Quartal spenden, andere auch nur zehn Euro. Eine alleinige Patenschaft kostet 160 Euro im Jahr. Für besondere Anlässe werde gesammelt. Für die 28-jährige Josiane Zoma sammelten die Mitarbeiter 2000 Euro, um ihrem Patenkind ein Studium zu ermöglichen. Für andere hätten sie Impfungen übernommen.

Hilfe für Radiosender

Viele der jungen Menschen hätten Träume. Bei der Realisierung zu helfen, sei doch wundervoll, sagt Monika Schmidt. Gerald Kaboré wolle beispielsweise einen Radiosender gründen. Ein enorm wichtiges Unterhaltungsmedium in Afrika, weiß Schmidt. Das ehemalige Patenkind sei nun ein junger Mann und habe sich verzweifelt an seine Paten-Eltern vom Partnerschaftsverein gewandt, um das Radio-Projekt umzusetzen, berichtet Schmidt.

Briefe werden übersetzt

„Er hat uns ein mehrseitiges Dossier mit Finanzplan und allem drum und dran geschickt. In deutscher Sprache.“ Die Sendeantenne koste allerdings mehrere Tausend Euro. „Wir versuchen dennoch ihm zu helfen“, sagt Monika Schmidt. Es gebe ihr sehr viel, die Korrespondenz mit den jungen Menschen zu bearbeiten und zu antworten. Günther Potyka vom Partnerschaftsverein sei so nett und übersetze die in französisch verfassten Briefe und Karten. „Das ist wunderbar. Es hat sehr viel Arbeit gemacht, die Briefe anderweitig übersetzen zu lassen“, sagt sie. Sie schreibe regelmäßig zurück und informiere die Kollegen.

47 Mitarbeiter und ehemalige der VR-Bank Schwalm-Eder machten bei den Patenschaften mit. Das sei doch auch für andere interessant, sagt Monika Schmidt.

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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