Umstrukturierung des Straßenverkehrsamtes - Bürgermeister hoffen auf gleichbleibende Qualität der Arbeit

Kurzer Draht ohne Alternative

Vom ASV betreut: In Naumburg läuft derzeit die Erneuerung der Straße Im Hain. Im Bereich der Obermühle wird derzeit eine neue Stützmauer gesetzt. Foto:  Norbert Müller

Kreis Kassel. Die Stimmung im Kasseler Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) ist denkbar schlecht: Viele Mitarbeiter sind verunsichert und fragen sich, was ihnen die Zukunft bringen wird. Denn die Landesregierung will das bisher eigenständige Kasseler ASV ab Januar 2012 als Filiale der Wiesbadener Zentrale führen.

Nach diesen Plänen werden die Aufgaben in Kassel künftig beschnitten: An das ASV in Eschwege soll die Planung abgegeben werden, nach Bad Arolsen die Betreuung der Bauprojekte. Nur die großen Bauvorhaben A44 und A49 sollen weiter von Kassel aus gesteuert werden.

Nicht nur bei den 530 Beschäftigten des ASV Kassel kommen diese Pläne schlecht an, auch in den Kommunen des Landkreises – sie sind sozusagen die Kunden des ASV – sieht man das Vorhaben kritisch. Bürgermeister und Bauamtsleiter vor allem im Altkreis Kassel befürchten, dass die Zusammenarbeit künftig schwieriger werden wird. Landrat Uwe Schmidt (SPD) hatte die angekündigte Reform vergangene Woche scharf kritisiert.

Nicht begeistert

„Ich bin nicht begeistert“, sagt Lohfeldens Bauamtsleiter Rolf Schweitzer, „es ist zu befürchten, dass künftig alles länger dauert.“ Der Bauamtsleiter schätzt den kurzen Draht und den direkten Kontakt zu den ASV-Mitarbeitern.

„Die räumliche Nähe ist von Vorteil, und es ist auch eine gute Sache, wenn man die Leute kennt“, sagt Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake. Die Planung in Eschwege - das wäre laut Schaake „schon eine andere Nummer“. Letztlich müsse man aber abwarten, wie sich die neue Struktur auf die Zusammenarbeit zwischen dem Amt und den Kommunen tatsächlich auswirke.

Der Wolfhager Verwaltungschef zeigt auch Verständnis für die Umstrukturierung: „Der Versuch, kostengünstigere Strukturen zu schaffen, ist legitim und auch notwendig.“

Notwendig

Das sieht auch sein Naumburger Kollege Stefan Hable so. „Eine Zentralisierung kann dazu beitragen, dass eine Aufgabe effizienter und qualitativ besser erledigt wird“, sagt Hable. Man müsse nicht an mehreren Standorten das gleiche Angebot vorhalten.

Die interkommunale Zusammenarbeit im Wolfhager Land laufe in die gleiche Richtung wie die Reform des ASV. Mit dem gemeinsamen Standesamtsbezirk und dem gemeinsamen Ordnungsbehördenbezirk habe man diesen Schritt bereits vollzogen. Wichtig bei der Reform des ASV sei, dass die Ansprechpartner für die Kommunen schnell erreichbar sind und die Qualität der Arbeit gewährleistet bleibt.

Echte Probleme

„Ich sehe echte Probleme, wenn das künftig nicht mehr aus einer Hand kommt“, erklärt Zierenberegs Bürgermeister Stefan Denn. Er sei nicht sehr optimistisch: Aus seiner früheren Tätigkeit wisse er, „wie schwer es ist, unterschiedliche Aufgaben an unterschiedlichen Standorten zu erledigen“.

Er fürchte, dass die Zusammenarbeit mit dem ASV „künftig schlechter wird“. (hog/nom) HINTERGRUND

Quelle: HNA

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