Winterzeit im Röhrenfurther Tierpark Rose: Ponys, Nandus und Känguru macht die Kälte nur wenig aus

Kuscheln unter der Wärmelampe

Sommer wie Winter im Freigehege: Alpaka und Heidschnucken trifft man zu jeder Jahreszeit im Tierpark Rose an. Um die Tiere kümmert sich Inhaber Dirk Rose. Fotos: Franzke

Röhrenfurth. Die ockerfarbenen Luchsaugen blicken aufmerksam in Richtung Gebüsch. Noch ist kein Laut zu hören. Und doch hat die Luchsdame den kleinen Spatz bereits lange im Visier. Wer großes Glück hat, sieht diese wunderschönen Tiere einmal in freier Wildbahn. Aus nächster Nähe kann man die Luchse im Röhrenfurther Tierpark Rose anschauen. Auch im Winter. Inhaber Dirk Rose hält seit vielen Jahren Luchse. „Unser letztes Pärchen bekamen wir von einer Filmtierschule. Die beiden wurden über siebzehn Jahre alt.“

Das jetzige Luchspärchen stammt vom Tierpark Essehof nahe Braunschweig. Langweilig wird es den Tieren selbst im Winter nicht, denn auch in den Nebengehegen ist immer genug los. Plötzlich wird es laut. Die Nandus haben Dirk Rose erspäht und sind neugierig. Es könnte ja etwas zu fressen geben. Die flugunfähigen Laufvögel, die ursprünglich aus Südamerika stammen, gehören auch im Winter zu den Frischluftfans. Davon zeugen unzählige Spuren im Schnee.

Eine Hütte mit Einstreu für die kalten Nächte gibt es dennoch. Das ist wichtig, damit die Tiere trocken sitzen. „Sonst kommt es schnell zu Darminfektionen“, erklärt Rose. Um die Tiere winterfit zu halten, erhalten diese zudem vitaminreiches Pellettfutter sowie Steckrüben, Salate und gemahlenes Brot. Die Hennen legen übrigens übers Jahr verteilt bis zu 30 Eier, jedes davon etwa 500 bis 600 Gramm schwer. Für Brut und Bewachung der Eier sind allerdings ausschließlich die Hähne zuständig.

Ein paar Gehege weiter nutzen die Enten das anbrechende Tauwetter für eine ausgiebige Fellpflege und tummeln sich in einem kleinen Wasserbassin. Über 200 Liter warmes Wasser verteilt Dirk Rose einmal am Tag an alle Tiere. Ist es sehr kalt, müssen diese schnell trinken, sonst gefriert es wieder.

In einem gemütlichen Stall haben Ponys, Esel, Ziegen und Affen ihr Winterquartier bezogen. Die Affen lieben die Wärme. Denn ihre Schwänze sind, wie Rose erklärt, sehr kälteempfindlich. Drinnen spielen sie im Stroh und suchen darin nach übrig gebliebenen Leckerbissen. Den Ponys hingegen macht die Kälte wenig aus. Sie kommen jeden Tag für mehrere Stunden auf die Koppel oder in die kleine Reithalle, um sich auszutoben. „Trotzdem wollen sie nach einer Stunde meist wieder rein“, erzählt Dirk Rose. „Tiere merken selbst am besten, ab wann ihnen die kalte Witterung nicht mehr gut tut.“

Viele der derzeit 200 Tiere bei Rose rüsten sich für die Winterzeit mit einem extradicken Fell. Dem Irrglauben, dass Tiere unter strengen Wintern besonders leiden, widerspricht Rose: „Nicht mal unser Känguru lässt sich vom Schnee abschrecken. Schließlich kann es auch in seiner Tasmanischen Heimat recht kalt werden.“

In der Natur überleben alte und kranke Tiere den Winter allerdings oft nicht. Außerdem entwickeln sie häufiger Zahnprobleme – in freier Wildbahn ein Todesurteil. Im Tierpark kümmert sich ein Tierarzt um solche Fälle. Bei Temperaturen unter minus 10 Grad werden zudem Rotlichtlampen in den Ställen installiert, die für zusätzliche Wärme sorgen. So wie bei den Meerschweinchen. Sie lieben Kälte nicht besonders und kuscheln sich eng aneinander unter das Wärme spendende Licht.

Von Tanja Franzke

Quelle: HNA

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