Szenen wurden im Schwarzwald sowie in Babelsberg gedreht

Kutscher aus Zennern spielt im Kinofilm "Das kalte Herz" mit

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Wieder auf dem Kutschbock: Götz Döring aus Zennern spielt in der neuen Verfilmung des Märchens „Das kalte Herz“ mit. Der Film läuft ab Donenrstag in den Kinos.

Zennern. Götz Döring und seine beiden Friesenpferde sind ab Donnerstag im Kinofilm "Das kalte Herz" zu sehen. Döring stand bereits zum Mal für eine große Produktion vor der Kamera.

Seine Frau, seine beiden Kinder, viele Freunde und Nachbarn in Zennern: Die meisten Menschen kennen Götz Döring nur mit. Der 60- Jährige trägt seit 40 Jahren Vollbart. In all den Jahrzehnten hat er seinen Bart gehegt und gepflegt. Auf den Gedanken, das Gesichtshaar zu stutzen, ist er nicht gekommen. Bis vor einem Jahr ein Filmteam sagte: Der Bart muss ab. Für seine Rolle in dem Kinofilm „Das kalte Herz“ gab es kein Pardon. „Ich musste meinen Bart opfern. Das ist mir schwer gefallen“, sagt Döring.

Zum zweiten Mal stand der Pferdefreund aus Zennern für eine große Produktion vor der Kamera. Bei der ARD-Serie „Leben im Gutshaus-Abenteuer 1900“ war Götz Döring 2007 der Gutshauskutscher.

Vier Tage am Filmset

Vier Tage war Döring samt Pferden und Kutsche am Set von „Das kalte Herz“. Seine Szenen wurden im Sommer vergangenen Jahres im Schwarzwald sowie in Babelsberg gedreht. Im Schwarzwald musste der Bart dran glauben. „Ich sollte auf der Kutsche einen Schauspieler doublen“, erklärt Döring.

Der hatte aber nun einmal in der Rolle einen Drei-Tage- und keinen Vollbart. Und so war es vorbei mit der 40-jährigen Barttradition.

In der Szene musste Döring mit seinen beiden Friesen vor der Kutsche durch stürmisches Wetter. „Es gab große Windmaschinen, die Bäume wurden geschüttelt“, erinnert sich der 60-Jährige an das Szenario. Immer wieder ging es von vorne los. „Das war super, wir machen das noch einmal“, hieß es mehrmals von der Regie. „Irgendwann werden die Pferde es leid“, erklärt Döring, der in Zennern mit seiner Frau Conny eine Fuhrhalterei betreibt. Die Wiederholungen, das Drehteam mit seinen Kameras, dem Licht und den Mikrofonen: In solchen Momenten brauche es nervenstarke Pferde wie seine gut zehn Jahre alten Friesen. „Meine Pferde sind relativ cool und abgeklärt“, sagt der 60-Jährige.

Wichtig sei, nicht die eigene Hektik auf die Tiere zu übertragen, sondern ruhig mit ihnen zu sprechen. Dann könne er die Zügel auch aus der Hand legen und sich ein Fremder auf den Kutschbock setzen. „Der Schauspieler konnte ein paar Meter Kutsche fahren“, berichtet Döring. Der Pferdeexperte stand wenige Meter entfernt und gab mit ruhiger Stimme Anweisungen.

Döring hat die Drehtage genossen. „Die Leute sind aufgeschlossen, jeder duzt jeden.“ Wie viel Götz Döring ab heute in den Kinos zu sehen sein wird, weiß der Mann aus Zennern nicht. Das Ergebnis der Arbeit, den fertigen Film, hat er nicht gesehen. Ab 17 Uhr weiß er Bescheid. Dann sitzt er im Kino - mit Vollbart und vielen Erinnerungen.

Märchen von Wilhelm Hauff als Vorlage

„Das kalte Herz“ ist ein deutscher Märchenfilm. Die Handlung beruht auf der gleichnamigen Erzählung von Wilhelm Hauff. Das Märchen zeigt eine mittelalterliche Gesellschaft, in die der Kapitalismus Einzug hält und in der sich die Menschen aus Gier der Natur bemächtigen.

Regie führte Johannes Naber. In den Hauptrollen sind Frederick Lau, Henriette Confurius, Moritz Bleibtreu und Milan Peschel zu sehen. „Das kalte Herz“ wurde bereits mehrfach verfilmt, wie etwa 1923 durch Fred Sauer, 1933 durch Karl Ulrich Schnabel mit Franz Schnyder in der Hauptrolle, 1978 als Verfilmung der Augsburger Puppenkiste sowie in verschiedenen Fernsehformaten.

Termin: „Das Kalte Herz“ läuft am Donnerstag, 20. Oktober, ab 17 Uhr im Cinestar Kassel.

Quelle: HNA

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