Tickets nur am Automaten

KVG: Bald kein Fahrkartenverkauf im Bunten Lädchen mehr

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Fahrscheine gibt es bald nicht mehr im Bunten Lädchen: (von links) Das bedauern die Verkäuferinnen Ute Wehrhahn und Madeleine Nigge.

Körle. Die Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) muss sparen und das bekommen ab dem 1. Januar 2014 auch Fahrgäste aus Körle zu spüren. Denn dann können sie ihre Fahrscheine für Bus und Bahn nicht mehr im Bunten Lädchen an der Nürnberger Straße kaufen. Die KVG schließt die Verkaufsstelle aus Kostengründen.

"Der Fahrkartenverkauf in Körle ist für uns nicht kostendeckend", erklärt KVG-Sprecher Ingo Pijanka. Außerdem sei die KVG in erster Linie zuständig für das Kasseler Gebiet. Körle habe man bislang "aus Nettigkeit" mitbedient. Das könne man nun aber angesichts der finanziellen Lage nicht mehr leisten. Im Übrigen, fügt Pijanka hinzu, gebe es in jeder Bahn einen Automaten, an dem man Tickets kaufen könne.

Doch das ist aus Sicht der Verkäuferinnen im Bunten Lädchen, Ute Wehrhahn und Madeleine Nigge, kein Argument: "Gerade ältere Menschen kommen zu uns, weil sie mit den Fahrkartenautomaten nicht zurechtkommen", sagen sie.

Beispielhaft rechnen die beiden aus, wieviele Fahrkarten sie Ende Oktober, Anfang November innerhalb von zwei Wochen verkauft haben: 90 Stück. "Viele kaufen bei uns ihre Monatskarten", sagt Madeleine Nigge. Derzeit, erklärt Ute Wehrhahn, lägen die Verkaufszahlen noch höher, weil viele Körler zum Kasseler Weihnachtsmarkt fahren.

Bald müssen sich die Körler Fahrgäste an die Ticketautomaten gewöhnen, wenn sie weiter mit der Bahn fahren wollen. "Unsere Kunden reagieren sehr verärgert", sagen Wehrhahn und Nigge.

Auch Körles Bürgermeister Mario Gerhold bedauert, dass der Fahrkartenverkauf eingestellt werden soll. Er wolle deshalb das Gespräch mit den Nahverkehrsanbietern suchen, um eine mögliche Lösung zu finden.

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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