Weiteres Betreuungscafé für Demenzkranke soll in Wolfhagen entstehen

Sie lachen um die Wette

Verstehen sich gut: Jutta Reinmold leitet die Treffen im Café Zeitlos und bringt die Teilnehmer zum Lachen, wie hier Gertrud Sommer. Wenn sich weitere Interessenten finden, wird es demnächst auch Betreuung für Demenzkranke in Wolfhagen geben. Foto: Dietzel

Bad Emstal/Wolfhagen. „Guten Tag, Guten Tag, erst ich und dann Du“, singen die Männer und Frauen im Café Zeitlos laut und fröhlich. Sie sind textsicher. Acht Demenzkranke sind heute zum Betreuungsnachmittag nach Sand ins Altenzentrum gekommen. Reihum begrüßen sie alle, die an diesem Nachmittag dabei sind.

Jeden Donnerstag treffen sich dort Menschen mit Demenz und Betreuer zum gemeinsamen Singen, Spielen und Kaffee trinken. „Hier erlebe ich so viel Freundlichkeit“, erzählt Gertrud Bertram. „Jede Woche warte ich gespannt, bis es wieder soweit ist.“

Die Demenzkranken, die teilweise erst Anfang 50 sind, wohnen noch zu Hause und besuchen das Betreuungscafé, um „raus aus dem Alltag zu kommen“, sagt der Sozialpädagoge Marcus Drescher vom Diakonischen Werk Hofgeismar-Wolfhagen.

Sie erzählen sich gegenseitig von früher, denn daran können sich Demenzkranke meist gut erinnern, so Drescher. Gleichzeitig sei es das Ziel, die Angehörigen einmal in der Woche zu entlasten.

Die Atmosphäre im Café ist warmherzig und locker. Die Teilnehmer werden bei Spielen aktiv, trainieren Gedächtnis, Beweglichkeit und Reaktionsvermögen – und haben sichtlich Spaß dabei. Es wird viel gelacht.

Ehrenamtliche Betreuer

Die Leiterin Jutta Reinmold gestaltet die geselligen Treffen abwechslungsreich. Unterstützt wird sie von ehrenamtlichen Mitarbeitern, die im Umgang mit Menschen mit Demenz geschult sind. Jeweils ein Betreuer ist zuständig für zwei Teilnehmer. Heute steht der Nachmittag unter dem Motto Silvester. Jeder trägt eine bunte Luftschlange um den Hals. Im Sitzkreis werfen sich die Teilnehmer einen Ball zu – da ist Konzentration gefragt. Der Kaffeetisch ist farbenfroh geschmückt. Dort erzählen die Demenzkranken von ihren Silvester-Erlebnissen.

Das Angebot soll Demenzkranke fördern und Angehörige ein paar Stunden Entspannung ermöglichen. Nun ist ein weiteres Betreuungscafé in Wolfhagen geplant.

Von Stefanie Dietzel

Quelle: HNA

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