Asylbewerber erschien nicht vor dem Landgericht

Ladendiebstahl für eine warme Jacke

Marburg/Schwalmstadt. Wegen Ladendiebstahls war ein 46-jähriger Algerier bereits im März vom Amtsgericht Schwalmstadt zu einer sechsmonatigen Haftstrafe verurteilt worden. Die Strafe hatte das Gericht auch auf Grund seiner mehrfachen Vorstrafen nicht zur Bewährung ausgesetzt.

Der berufs- und erwerbslose Mann, der sich als abgelehnter Asylbewerber trotzdem seit 15 Jahren in Deutschland aufhält und zur Tatzeit im November vergangenen Jahres noch in der Asylbewerberunterkunft in der ehemaligen Hardtberg-Kaserne wohnte, war beschuldigt worden, in einem Bekleidungsgeschäft in der Bahnhofstraße in Schwalmstadt eine hochwertige Jacke gestohlen zu haben.

Preisschild entfernt

Er hatte das Preisschild und die anderen Kennzeichnungen der Jacke entfernt, die Jacke übergezogen und war daraufhin, ohne zu bezahlen, aus dem Geschäft gegangen. Dabei war er allerdings vom Verkaufspersonal beobachtet und gestellt worden. Die Tat hatte der Mann zugegeben. Als Motiv hatte er angegeben, unmittelbar nach seiner Haftentlassung keine warme Jacke gehabt zu haben. Da er auch nicht über Geld verfügte – Sozialleistungen waren ihm auf Grund der Haft nicht ausgezahlt worden – habe er beschlossen, die Jacke zu stehlen.

Gegen die verhängte Gefängnisstrafe hatte er Berufung eingelegt. Zu der Berufungsverhandlung, die eigentlich vor dem Marburger Landgericht stattfinden sollte, war der Mann allerdings nicht erschienen. Aus diesem Grund wurde sein Antrag vom Gericht verworfen.

Auch sein derzeitiger Aufenthaltsort ist nicht bekannt. Möglicherweise hat er sich bereits ins Ausland abgesetzt. Ob er die verhängte Strafe tatsächlich irgendwann einmal verbüßt, bleibt daher mehr als fraglich. (zaw)

Quelle: HNA

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