Lärmschutz an der A7: Fraktionen setzen sich für Anwohner ein

Gemeinsam für den Lärmschutz: Die Fraktionsvorsitzenden Martin Graefe (CDU, von links), Manfred Hollstein (Grüne), Ulrich Wiegand (GL Freie Wähler) und Reiner Kramm (SPD). Foto: C. Hartung

Guxhagen. Die Fraktionen in Guxhagen sind sich beim Thema Lärmschutz an der A7 einig: „Wir müssen endlich einen Schritt weiterkommen."

Das sagt Manfred Hollstein, Fraktionsvorsitzender der Grünen.

Gemeinsam mit der Gemeinde Fuldabrück hat Guxhagen beim Hessischen Ministerium in Wiesbaden Tempo 100 auf dem Autobahnabschnitt zwischen den beiden Kommunen beantragt - das Ergebnis der Lärmberechnung steht noch aus.

Der Lärmschutz sei in Guxhagen nach wie vor ein zentrales Thema in der Kommunalpolitik, betonen die Fraktionsvorsitzenden. Erst im Mai dieses Jahres war der Lärmschutz Hauptthema im Ältestenrat, einem Gremium, dem Mitglieder aller Guxhagener Fraktionen angehören (Hintergrund).

„Wir werden jetzt abwarten, was der Tempo-100-Antrag bringt“, sagt Martin Graefe (CDU). Werde dieser auch wieder abgelehnt, dann sei nicht ausgeschlossen, die Anwohner mit ins Boot zu holen, beispielsweise in Form einer Bürgerinitiative. „Als Vorbild sehe ich die Bürgerinitiative in Holzhausen, die für den Lärmschutz an der A 49 kämpfen.“

Sollte sich seitens Hessen Mobil nicht bald etwas tun, um insbesondere die Bewohner in Breitenau und im Wohngebiet rund um Knüll- und Langenbergstraße vor dem Lärm zu schützen, müsse auch über Alternativen nachgedacht werden, regt Hollstein an, beispielsweise in Form von privaten Investoren. Bei Landwehrhagen prüfe man derzeit die Idee eines Unternehmers, der einen Lärmschutzwall in Eigenregie - finanziert durch die Anlieferer des Bodenmaterials - errichten will. „So etwas dürfen wir auch nicht mehr ausschließen“, sagt Hollstein.

Dass auf der Fuldabrücke bei Breitenau in naher Zukunft ein Lärmschutzwall errichtet wird, halten die Fraktionsvorsitzenden aber für unwahrscheinlich. Realistisch sei zunächst eine Ausweitung des Walls gegenüber von Langenberg- und Knüllstraße. „Wir müssen im Kleinen anfangen und erstmal mit dem starten, was als erstes realisiert werden kann“, sagt Reiner Kramm (SPD).

Die Fraktionen kritisieren insbesondere Bürgermeister Edgar Slawik, der gegenüber der HNA sagte, dass der Kampf für Lärmschutz wie ein Kampf gegen Windmühlen sei. „Ich habe nicht den Eindruck, dass er nachhaltig an dem Lärmschutz-Thema dran bleibt“, sagt Kramm. Man dürfe sich nicht abwimmeln lassen, auch wenn Anträge abgelehnt würden.

Hintergrund: Lärmschutz war Thema im Ältestenrat

Über den Ältestenrat haben sich die Fraktionen in Guxhagen im Mai dieses Jahres auf eine gemeinsame Vorgehensweise in Sachen Lärmschutz geeinigt. Abgestimmt wurde unter anderem:

• Mit Hessen Mobil soll ein Informationsgespräch über die Möglichkeiten des Lärmschutzes geführt werden,

• Treffen mit örtlichen Politikern (Landrat Becker, Staatssekretär Weinmeister) an den stark betroffenen Punkten in Guxhagen,

• Beantragung einer neuen Lärmmessung: Die Fraktionen wollen eine Messung vor Ort, keine Berechnung,

• Erfahrungsaustausch mit anderen Kommunen, die Lärmbelästigungsprobleme haben,

• Unterstützung bei der Gründung einer Bürgerinitiative.

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Quelle: HNA

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