Konjunktur-Pressekonferenz

Handwerkskammer stellt Prognose für 2013 vor

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Beim Dachdecker- und Zimmereibetrieb Wagner in Neukirchen-Seigertshausen richtete die Handwerkskammer ihre Konjunktur-Pressekonferenz aus, von links Dr. Matthias Joseph, Präsident Heinrich Gringel, Holger Ritter, Heiko Wagner, Frank Michel, Jürgen Altenhof, Erika Wagner, Horst Wagner und Tobias Wagner.

Neukirchen. Die Sonne strahlte über dem Knüll, und so freundlich wie das Wetter schauten auch die Handwerkskammer-Verantwortlichen drein bei der Vorstellung der Umsatz- und Beschäftigungsprognose 2013.

„Unsere Erwartungen sind fast so zuversichtlich wie 2012“, sagte Öffentlichkeitsreferent Dr. Matthias Joseph. Er legte anhand vieler Grafiken dar, was die meisten der 16.500 Betriebe im Kammerbezirk Kassel nach der ersten Quartalsbefragung so optimistisch stimmt. Besser als voriges Jahr wird es zwar nicht laufen, glauben die meisten Firmeninhaber, aber 85 Prozent erwarten ein gutes Quartal, „es wird deutlich bergauf gehen“. Aus Beton wird vom Ausbaugewerbe weiterhin Gold gesponnen, Sorgenkind bleibt das Kfz-Gewerbe, wo nur knapp über 60 Prozent der Betriebe mit der Lage zufrieden sind. Im Mittel sind das immer hin drei Viertel der Befragten (75 Prozent), 2009 waren das nach dem ersten Quartal nur 66 Prozent.

„Dabei hat das Handwerk wirklich Federn gelassen durch den harten Winter“, sagte der Präsident der Handwerkskammer Kassel (HWK) Heinrich Gringel. Die gute Nachricht: Es werde lediglich eine Delle zurückbleiben, die rasch korrigiert sein werde,

„Wir blicken mit Stolz zurück und zuversichtlich nach vorn.“, meinte Gringel. Der Schwalmstädter Bauunternehmer erwartet keine Sprünge, sondern eine ausgeglichene, zufriedenstellende Linie in den Büchern der Mitgliedsbetriebe.

Der Kammerpräsident warb energisch für eine steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerrechnungen („das stärkste Konjunkturprogramm“) und die Ausweitung der energetischen Gebäudesanierung: „Das Allerbeste ist es, Energie erst gar nicht zu verbrauchen.“ Immerhin 40 Prozent des bundesdeutschen Energieverbrauchs gehen auf das Konto der Privathaushalte, sagte Gringel.

„Qualität ist wichtiger als der Preis“, unterstrich Jürgen Altenhof zur Auftragslage und Geschäftsentwicklung. Der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Schwalm-Eder sprach zwar von einer besonderen Durststrecke durch den harten Winter, doch drückten Sorgen wie der Mangel an Auszubildenden viel stärker. Allein im Landkreis könnten voraussichtlich 70 Lehrstellen im Sommer nicht besetzt werden.

In den klein- und mittelständischen Handwerksbetrieben in Nord-, Ost- und Mittelhessen sind 85.000 Mitarbeiter beschäftigt, 8000 Lehrlinge werden ausgebildet. Diese Zahlen werden laut Kammerpräsident Gringel weitgehend konstant bleiben, acht Prozent wollen sogar neue Mitarbeiter einstellen. Besonders am Ball bleiben müssen die Betriebe beim Thema Nachwuchs und Nachfolge. Es werde immer schwieriger, Auszubildende zu finden, inzwischen werde bereits im Kindergarten angesetzt, erklärte Gringel. Außerdem gelte es in den kommenden sieben bis acht Jahren für 3000 Firmenchefs, ihre Nachfolge zu regeln. Das sei ein hochwichtiges Thema, sagte Heinrich Gringel: „Der stabile Mittelstand ist die wichtigste Säule der Wirtschaft.“

Quelle: HNA

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