15.000 Tonnen Biomasse liegen bereit

Das Lager der Biogasanlage ist gefüllt

Im Geschwader: Der bis zu einer Höhe von acht Metern aufgetürmte Maisschnitt wurde immer wieder planiert und verdichtet. Wichtig: Es durften keine Hohlräume entstehen. Fotos: zih

Wolfhagen. Seit gestern Abend ist wieder etwas mehr Ruhe auf den Straßen rund um Wolfhagen eingekehrt. Drei Tage lang waren Traktoren mit Großraumanhängern unterwegs.

Sie transportierten das Häckselsubstrat von 240 Hektar Maisanbaufläche zur Biogasanlage in Wolfhagen. Geerntet wurde auf den Feldern rings um die ehemalige Kreisstadt, einigen Stadtteilen und im Bereich Schauenburg. Markus Holzhausen, Energiewirt Biogas der Maschinenring Kommunalservice GmbH: „In der seit Montagmorgen laufenden Ernte- und Transportaktion gab es mehr als 1000 Fuhren.“ Zu großen Behinderungen im Straßenverkehr sei es jedoch nicht gekommen. Ein zusätzlicher Traktor war zu einer Kehrmaschine umgerüstet worden, er sei ständig im Einsatz gewesen, um verschmutzte Fahrbahnen wieder zu reinigen.

Den Transport hatten zwei Lohnfuhrunternehmen aus Balhorn und Volkmarsen übernommen. „Das hatte finanztechnische Gründe. Wäre einer der 25 Landwirte als Mitgesellschafter der Biogasanlage mit seinen Fahrzeugen im Einsatz gewesen, hätte er jede einzelne Fahrt steuerlich abrechnen müssen“, so Markus Holzhausen.

Die Maishäcksel wurden auf einer 130 Meter langen und 27 Meter breiten Fläche auf eine Höhe von acht Metern aufgetürmt und immer wieder planiert. Ein Spezialauftrag, wie der Energiewirt sagt. 15 000 Tonnen Biomasse lagern neben der Biogasanlage – das reicht bis Ende 2013. Nicht der kleinste, mit Luft gefüllte Hohlraum dürfe im Häckseldepot entstehen, so Holzhausen. Andernfalls würde es in dem riesigen Berg beginnen zu gären und zu faulen. Die Folge wäre ein massiver Energieverlust.

Jede Fuhre wurde gewogen

Apropos Energie: „Aus einer Tonne Maissubstrat einer sehr guten Ernte gewinnen wir 240 Kubikmeter Gas. Damit kann jeder unserer drei Motoren rund zweieinhalb Stunden auf Hochbetrieb laufen“, rechnet Holzhausen vor. Zusammen mit seiner Kollegin Corinna Niemeier wog er jede ankommende Fuhre. Je nach Anhängergröße rollten pro Fahrt zwischen 30 und 45 Kubikmeter Biomasse auf das Gelände. Das entspricht einem Gewicht von neun bis 14 Tonnen.

Zudem warfen die beiden Kontrolleure einen kritischen Blick auf den Zustand des Mais. „Die Maisqualität entscheidet sich nicht so sehr während des Wachstums, sondern ausschlaggebend ist bereits die Aussaat. Schon hier steht der Maschinenring den Landwirten mit Rat und Tat zur Seite.“

Im kommenden Erntejahr soll in der Region die Maisfläche reduziert werden. Verstärkt sollen auch Grasschnitt und Feldfrüchte, die sich nicht mehr als Nahrungsmittel eignen, als Biomasse genutzt werden.

Die Hälfte ihrer erzeugten Energie gewinnt die Wolfhager Biogasanlage aus Gülle und Mist. (zih)

Quelle: HNA

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