Tod vor Lampedusa: Szenische Lesung nach Zeugenaussagen in Gudensberg

Überladen, alt, gefährlich: Tausende Flüchtlinge kamen bereits über das Mittelmeer auf der italienischen Insel Lampedusa an. Mit der Lesung, die in Gudensberg bundesweit zum 225. Mal stattfindet, soll auf ihr Schicksal hingewiesen werden. Foto: Archivio Storico Lampedusa/Fabio Giovanetti/nh

Das Drama im Mittelmeer bewegt die Region. In Gudensberg findet nun unter dem Titel "Ein Morgen vor Lampedusa" ein Themenabend statt.

Die Zahlen sind erschreckend: Allein in diesem Jahr sind bereits 4200 Menschen auf der Flucht vor Krieg, Verfolgung und Hunger im Mittelmeer ertrunken. Seit Jahren wird das Meer für viele zum Grab, die voller Hoffnung nach Europa aufbrachen.

Zu diesem Thema findet am Freitag, 11. November, ab 19 Uhr im F26 in Gudensberg (ehem. ev. Gemeindezentrum) eine szenische Lesung mit dem Titel „Ein Morgen vor Lampedusa“ statt.

Es war am 3. Oktober 2013, als ein völlig überladener Kutter, besetzt mit 545 Flüchtlingen, vor der italienischen Insel Lampedusa versank. 366 Menschen starben. Was geschah damals? Was erlebten Flüchtlinge, Einwohner, Touristen, Behörden?

Darum geht es in den Texten, die Antonio Umberto Riccò aus Hannover aus Zeugenaussagen und dokumentarischem Material zusammengestellt hat. Die Texte eröffnen neue Perspektiven auf das Geschehen und lassen insbesondere die Einwohner von Lampedusa zu Wort kommen. Dazu hat Francesco Impastato eigens dafür Musik komponiert.

Diese Texte, vorgelesen zur Musik von Gudensberger Bürgern wie Pit Faupel, Dieter Büttner und Friederike Alter, sind am Freitagabend zu hören. Sie machen eindringlich klar, wie dramatisch die Situation für die Mittelmeer-Flüchtlinge ist. Szenische Lesungen wie diese finden überall in Deutschland statt.

Anschließend soll eine Diskussionsrunde die Möglichkeit zum Gespräch über die Problematik der Flüchtlingswelle eröffnen.

Quelle: HNA

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