Touristen sollen historisches Bauwerk öfter anschauen können – Verein sieht Organisationsproblem

Land: Burg sollte täglich geöffnet sein

Felsberg. Das Land Hessen als Eigentümerin der Felsburg wünscht eine tägliche Öffnung der Burgruine. „Wie das funktionieren soll, weiß derzeit niemand“, sagte Burgvereins-Vorsitzender Heiner Maifarth in der Jahreshauptversammlung des Burgvereins im Ratskeller.

Derzeit ist die Felsburg an Sonn- und Feiertagen von Ostern bis Ende Oktober jeweils ab 13 Uhr unter Aufsicht von Vereinsmitgliedern geöffnet. Die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten in Hessen begründe den Wunsch nach täglicher Öffnung mit den Millionen-Investitionen, sagte Maifarth. Das staatseigene Baudenkmal war ab 1986 in 18-jähriger Bauzeit von Grund auf saniert worden.

„Die Besucher bezeichnen unsere Burg immer wieder als ein gutes Aushängeschild und loben den hervorragenden Pflegezustand.“

Hans Poth

Laut Maifarth wünscht auch die Stadt Felsberg eine tägliche Öffnung, um Touristen mehr zu bieten. Ohne Unterstützung des Landes und der Stadt aber sei eine tägliche Öffnung nicht möglich. Der Vorsitzende, Kulturwart Hans Poth und Arbeitswart Erik Herzog warnten vor einer Öffnung der Burg ohne Aufsicht. Dann würde es noch mehr Sachbeschädigungen geben, wird befürchtet.

Wie Maifarth und Poth auf Nachfrage erläuterten, werden derzeit Gespräche zwischen der Stadt, dem Burgverein, dem Land und der Bundesagentur für Arbeit geführt, mit dem Ziel, einen Arbeitsplatz einzurichten. Dabei würde sich die Finanzierung des Arbeitsplatzes auf mehrere Schultern verteilen. Somit wäre ein kontrollierter öffentlicher Zugang zur Burg gewährleistet, ohne sie den Gefahren von Sachbeschädigungen auszusetzen. Diese sind nach wie vor ein Ärgernis, wie Herzog und Maifarth betonten. Der Arbeitskreis, der jährlich zwischen 1500 und 2000 Arbeitsstunden leistet, braucht dringend junge Kräfte, sagte Herzog. Die meisten Helfer seien über 70 Jahre alt. Ohne neue, junge Helfer sei es nicht mehr möglich, die Burg und das Landschaftsschutzgebiet so zu pflegen wie bisher. Und auch regelmäßige Veranstaltungen wie Marktplatz- und Weinfest könnten nicht mehr im erforderlichen Umfang unterstützt werden.

Bänke für Burgwiese

Herzog dankte Reinhold Ingrisch („Ein Glücksfall für den Burgverein“) sowie Burkhard Tunk und Johann Lukas für die Schmiedearbeiten am Toilettengebäude sowie das Spenden weiterer Bänke für die Burgwiese. „Die Besucher bezeichnen unsere Burg immer wieder als ein gutes Aushängeschild und loben den hervorragenden Pflegezustand“, sagte Hans Poth. Er kündigte für die Besucher Informationsmappen an, mit denen man die Burganlage selbst erkunden könne. Dem Grundriss könne der Besucher die typischen Merkmale einer mittelalterlichen Burg entnehmen, die im Text noch einmal zusätzlich erklärt sind. Das Material ermögliche eine intensive Auseinandersetzung mit der Burg. (m.s./nh)

Kontakt: Burgvereinsvorsitzender Heiner Maifarth, Tel. 0 56 62 / 61 21, E-Mail-Adresse: heiner.maifarth@gmx.de

Quelle: HNA

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