Land Hessen muss zahlen

Munition der Wehrmacht: Räumung kostet 12 Mio. Euro

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Idylle trügt: Im Wallgraben in Ziegenhain lagern Waffen aus dem Zweiten Weltkrieg. Noch immer kann mit der Beseitigung nichtbegonnen werden.

Schwalmstadt. Wie geht es weiter mit der Beseitigung der Handgranaten und Gewehre aus dem Zweiten Weltkrieg im Ziegenhainer Wallgraben?

Bereits für 2011 hatte das Justizministerium eine Räumung der Kampfmittel in Aussicht gestellt. Jetzt steht fest, dass sich erste Kostenschätzungen, die von sechs Millionen Euro für die Kampfmittelräumung ausgingen, verdoppelt haben. Das bestätigt das Justizministerium auf Anfrage der HNA.

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Die Sanierung des Wallgrabens gestalte sich nicht einfach, bestätigte Dr. Hans Liedel, Pressesprecher des Justizministeriums. Denn mittlerweile sei klar, dass es sich - entgegen erster Annahmen - nicht um Munition der Alliierten handelt, sondern um Munition der Wehrmacht. Das bedeutet, nicht der Bund ist finanziell zuständig, sondern die Länder - in diesem Fall das Land Hessen. Mit der Justizvollzugsanstalt ist das Land Hessen nicht nur größter Anlieger des Wallgrabens ist, sondern auch Eigentümer. In Wiesbaden geht es jetzt also nicht mehr um die Frage Land oder Bund?

Zuständigkeit wird geklärt

Geklärt wird aktuell, welches Ministerium bei der Finanzierung der Kampfmittelräumung in der Pflicht ist. Hessisches Justiz- oder Finanzministerium? Der Graben habe mit Justiz und Strafvollzug nichts zu tun, außer dass er in Nachbarschaft zur zur JVA liege, erklärte der Pressesprecher des Justizministeriums. Aus Wiesbaden wird nun versichert, dass die Frage der Zuständigkeit zügig entschieden werden solle.

Einen Termin für den Start der Arbeiten am Wallgraben nennt das Justizministerium nicht. Die Baumaßnahme könne ohnehin frühestens im Frühjahr begonnen werden, sagte Liedel.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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