Gesetz soll Eigentümern Entscheidung bieten

Landbesitzer müssen Jagd nicht mehr dulden

Schwalm-Eder. Eigentümer von Wald- und Wiesenflächen können künftig die Jagd auf ihren Grundstücken untersagen – wenn sie das Töten von Tieren aus ethischen Gründen ablehnen.

Das soll ein neuer Entwurf des Bundesjagdgesetzes ermöglichen, über den der Bundesrat in diesem Monat entscheidet.

Bislang tragen die Jagdgenossenschaften als Solidargemeinschaften die Verantwortung über den gemeinschaftlichen Jagdbezirk – ein Ausscheren einzelner Eigentümer kommt nicht in Frage, sie sind Zwangsmitglied.

Mit dem neuen Gesetz kann das anders werden: Dann können Eigentümer, die ethische Bedenken haben, ihre Grundstücke zum befriedeten Bezirk erklären – auf dem dann nicht mehr geschossen werden darf.

Die Jäger im Landkreis sehen der Neuerung relativ gelassen entgegen. „Der Gesetzesentwurf wird allen Interessen gerecht“, sagt Ullrich Götjes, Vorsitzender des Kreisjagdvereins Hubertus Melsungen. „Deshalb wird auch keine Flut von Anträgen bei der Jagdbehörde eingehen, die das Bejagen untersagen lassen wollen“, ist sich der Spangenberger Jurist sicher.

Werner Wittich, Vorsitzender des Kreisjagdvereins Fritzlar-Homberg und Kreisjagdberater, schätzt das jetzige Reviersystem, das viele einzelne Flächen zu einem großen Jagdbezirk zusammenführt. „Das neue Gesetz darf nicht dazu führen, dass Flickenteppiche entstehen“, sagt Wittich. Seine Sorge: Dann könnten die Wildbestände nicht dezimiert werden und die Gefahr von Wildschäden und -seuchen würde wachsen. „Jeder hat das Recht, der Jagd kritisch gegenüberzustehen“, sagt Wittich. „Aber die Jagd ist Wirtschaftsfaktor und fester Bestandteil der Land- und Forstwirtschaft.“

Dem stimmt Wolfgang Sangerhausen zu. Der Vorsitzende des Kreisjagdvereins Ziegenhain ist überzeugt: „Die meisten Landwirte stehen der Jagd positiv gegenüber. Die Auswirkungen in der Region werden nicht allzu heftig sein.“ (bra)

Quelle: HNA

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