Landgericht bestätigte Urteil: Drogendealer muss ins Gefängnis

Marburg/Schwalmstadt. Mit der Rücknahme seines Berufungsantrags ist das Urteil des Amtsgerichts Schwalmstadt gegen einen 23-jährigen Algerier rechtskräftig. Dies entschied das Marburger Landgericht.

In erster Instanz war der Mann vom Amtsgericht Schwalmstadt im September vergangenen Jahres wegen mehrfachen Vergehens gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt worden. Auf Grund seiner erheblichen Vorstrafen war ihm dabei eine Bewährung versagt worden.

Als Asylbewerber war der Mann seit 2006 in der Asylbewerberunterkunft in der ehemaligen Treysaer Harthbergkaserne untergebracht. Im Zuge von Ermittlungen gegen die dortige Drogenszene war der junge Mann bereits in 2011 des Drogenhandels überführt worden.

Durch die Ermittlungen hatte die Staatsanwaltschaft festgestellt, dass der Algerier im Zeitraum zwischen September 2010 und August 2011 in mindestens zehn Fällen Cannabis an andere Personen verkauft hatte. An einen Dritten hatte er sogar ein ganzes Kilogramm Haschisch auf Kommission abgegeben.

Anschließend an die Ermittlungen wurde er im September 2011 festgenommen, war aber nach Zahlung einer Geldstrafe vorläufig wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Diese Gelegenheit hatte der Algerier genutzt, um im Oktober 2011 unterzutauchen. Im Juni hatte ihn die Polizei in Gießen gestellt und festgenommen. Bei der Festnahme versuchte er erneut zu fliehen. Seit dieser Zeit sitzt der 23-Jährige in der Justizvollzugsanstalt Gießen in Untersuchungshaft.

Von dort wurde er in Handschellen zur Verhandlung in Marburg vorgeführt. Auf Grund der Bereitschaft des Angeklagten mit der Rücknahme seines Berufungsantrags die Gefängnisstrafe zu akzeptieren hob Richter Hans Werner Lange in Absprache mit Staatsanwaltschaft und Verteidigung den Haftbefehl auf. Damit wird der Algerier zunächst aus der Untersuchungshaft entlassen und bleibt bis zum Antritt seiner Gefängnisstrafe auf freiem Fuß. Die bisher verbüßte Untersuchungshaft wird von der Gesamtstrafe abgezogen.

Von Alfons Wieber

Quelle: HNA

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