Flüchtlings-Kita in der Pommernanlage: Personal gesucht

Landkreis findet keine Mitarbeiter für Kinderbetreuung in der Gemeinschaftsunterkunft

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Suchen noch Betreuer: Zwei Mal pro Woche werden die etwa 30 Mädchen und Jungen im Kindergartenalter in der Pommernanlage betreut, für andere Tage werden noch Betreuer gesucht. 

Gasterfeld. Seit einigen Monaten gibt es einen Kindergarten in der Flüchtlingsunterkunft in der Pommernanlage. Zwei Mal pro Woche werden dort 30 Mädchen und Jungen im Kindergartenalter betreut. 

Das Angebot will der Landkreis Kassel ausbauen, doch Ehrenamtliche  haben sich bislang nicht gefunden. Zwei halbe Stellen sollten außerdem geschaffen werden – doch die Bewerber sind wieder abgesprungen.

Vor Monaten rief Vizelandrätin Susanne Selbert (SPD) dazu auf: Wer Erfahrungen mit der Erziehung von Kindern hat und sich bei der Betreuung einbringen möchte, solle sich melden. Allerdings: „Es kam keine Rückmeldung“, sagt Landkreissprecher Harald Kühlborn.

Zwei Bewerber abgesprungen

Über die Arbeitsförderungsgesellschaft im Landkreis Kassel (AGiL) hatten sich mehrere Erzieher und Sozialpädagogen für die zwei halben Stellen beworben. Zwei Personen kamen in die engere Auswahl, doch sie seien schließlich abgesprungen, sagt Kühlborn. Wahrscheinlich, weil sie unbefristete Angebote bekommen hatten, vermutet der Sprecher. Die zwei Stellen in der Pommernanlage sind auf zwei Jahre befristet. Das seien alle Stellen rund um die Asylbewerber, „weil man nie weiß, wie sich das entwickelt“. Nun soll auch ein Antrag gestellt werden, dass jemand, der am Programm Bundesfreiwilligendienst teilnimmt, in der Kita arbeiten kann. Eine Praktikantin, die in der Ausbildung zur Sozialassistentin ist, wird Ende August in der Unterkunft anfangen und sich auch bei der Kinderbetreuung einbringen, sagt Elena Becker, Leiterin von Haus fünf. Auch zwei Mütter aus der Unterkunft sollen als Ein-Euro-Kräfte bei der Betreuung eingespannt werden.

Bis dahin wird es weiterhin nur zwei Betreuungstage geben: Am Dienstagnachmittag malt Klaus Albrecht aus Naumburg mit den Kindern, am Freitagnachmittag übernehmen Freiwillige des Vereins Fairändern für zwei Stunden die Betreuung.

Die Wolfhager Sportcoaches werden sich auch einbringen. Derzeit läuft eine Abfrage, welche Sportarten die Frauen, Männer und Kinder machen wollen, sagt Organisator Heiko Weiershäuser. Ideen gebe es schon. Slackline, Basketball oder Beachvolleyball seien möglich. Der VfL Wolfhagen wolle außerdem „Ringen, raufen und Kräftemessen“ anbieten. Möglich sei später einmal auch, das Sportabzeichen zu machen oder Wolfhager Jugendliche zu Überungsleitern auszubilden und in der Pommernanlage einzubinden, so Weiershäuser.

Im Mai war in Haus sieben ein etwa 70 Quadratmeter großer Raum für die Kinderbetreuung eingerichtet worden. Ermöglicht hatte das eine Spende über 5000 Euro von einer deutschen Versicherung (HNA berichtete).

Der Landkreis hofft, dass sich noch Freiwillige finden, die sich in der Flüchtlings-Kita einbringen. Wer bereits Erfahrungen im Bereich Erziehung hat, soll sich melden.

Kontakt: Wolfgang Engelmohr, Tel. 0561 / 1003-1183 oder per Mail an wolfgang-engelmohr@landkreiskassel.de

Quelle: HNA

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