Geflügel muss in den Stall

Landkreis Kassel ordnet wegen Vogelgrippe Stallpflicht an

Wolfhager Land. Hessenweit ist jetzt die Stallpflicht für Geflügel beschlossen worden. Nachdem am vergangenen Wochenende weitere tote Wildvögel mit Verdacht auf den Vogelgrippeerreger H5N8 aufgefunden wurden, hat der Landkreis Kassel eine Aufstallung aller Geflügelbestände angeordnet, die ab dem morgigen Donnerstag gilt.

Bislang galt der Zwang zur Stallhaltung nur in einigen besonders gefährdeten Gebieten wie der Fuldaaue bei Kassel und dem Edersee.

Nach Auskunft von Landkreissprecher Harald Kühlborn sind von der Stallpflicht alle Halter von Gänsen, Hühnern, Enten, Tauben und anderem Geflügel betroffen. Kreisweit seien dem Veterinäramt 944 Geflügelhalter mit einem Bestand von insgesamt rund 685 500 Tieren gemeldet.

Zusätzlich zur Stallpflicht sind auch Kleingeflügelhalter ab sofort zu besonderen Hygienregeln verpflichtet. Die Ställe müssen abgeschlossen sein und dürfen nicht von betriebsfremden Personen betreten werden. Die Halter müssen Schutzkleidung tragen. Um eine potenzielle Verbreitung des hochansteckenden Erregers H5N8 einzudämmen, sind ab sofort auch alle Arten von Geflügelschauen bis auf weiteres untersagt.

Wer kranke oder tote Wildvögel findet, soll sich umgehend beim Veterinäramt des Landkreises in Wolfhagen unter der Telefonnummer 0 56 92/987-3306 melden. Die eingesammelten Tiere werden beim Hessischen Landeslabor untersucht.

Das Land habe viel zu spät reagiert, meint Werner Sauer, Chef des Geflügelhofes in Heimarshausen. Er habe seine Hühner schon seit acht Tagen aufgestallt, um Mensch und Tier zu schützen.

Auch Geflügelhalter Eckhardt Eisenach aus Baunatal ist der offiziellen Stallpflicht zuvorgekommen. Seine Hühner sitzen seit dem Wochenende im Stall. Da Bio-Hühner ohnehin mehr Platz hätten, sei das kein Problem.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © dpa

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