Landkreis: Medizinische Versorgung von Flüchtlingen ist sichergestellt

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Ohne Krankenversicherung in Deutschland: Wenn Asylbewerber und ihre Kinder, die die Flüchtlingsunterkunft in Wolfhagen bewohnen, krank werden, zahlt der Landkreis Kassel.

Wolfhagen. Fast stirbt ein Roma-Junge in einem bayerischen Flüchtlingsheim, weil er nicht rechtzeitig medizinische Hilfe erhält. Das etwas derartiges in den Flüchtlingsheimen des Landkreises Kassel passiert, schließt Sprecher Harald Kühlborn aus. „Das war wirklich vollkommenes Versagen aller Beteiligten."

In einem anderen Fall hat eine Asylbewerberin aus Ghana die Kinderklinik Hannover angezeigt. Der Vorwurf: Ihr todkrankes Kind wurde nicht behandelt, weil sie keinen Krankenschein hatte. Die Fälle könnten auf die unzureichende Krankenversorgung von Flüchtlingen hinweisen. Im Fall des Roma-Jungen wurde jetzt ein Mitarbeiter wegen Körperverletzung und unterlassener Hilfeleistung zu einer Geldstrafe verurteilt.

In den Wolfhager Unterkünften seien tagsüber Betreuer vor Ort, die die Asylbewerber im Notfall zum Arzt fahren würden. In einem akuten Fall werde der Notarztwagen gerufen. Für die Nacht gebe es am Eingang jeder Unterkunft ein Notfalltelefon. Außerdem hätten auch viele der Flüchtlinge Handys, um Hilfe zu holen. Zusätzlich sei in der Nacht ein Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes vor Ort.

Die Asylbewerber sind nicht krankenversichert. „Wenn sie ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen müssen, springt der Landkreis ein. Darüber haben wir auch die ortsansässigen Ärzte informiert“, erklärt Kühlborn. Hier habe es nie Probleme gegeben.

Auch in der Wolfhager Kreisklinik sind Asylbewerber bisher ohne Probleme behandelt und aufgenommen worden, sagt die Sprecherin der Nordhessen Holding, Heidrun Koskowski. „In der Notaufnahme werden alle Notfallpatienten medizinisch behandelt. Soweit möglich, das heißt, wenn der Patient ansprechbar ist, wird man vor Ort versuchen, die erforderlichen Angaben zur Person zu ermitteln“, erklärt die Sprecherin. Das Krankenhaus rechne die Notfallbehandlung von Asylbewerbern anschließend über den zuständigen Kostenträger ab, im Fall der Wolfhager Asylbewerber, ist es das Sozialamt des Landkreises Kassel.

„In einem Notfall werden alle Patienten behandelt - und zwar in der Reihenfolge der Dringlichkeit und unabhängig vom Versicherungsstatus“, sagt Dr. Klaus Weber, seit Februar 2014 Leiter der Interdisziplinären Zentralen Notaufnahme am Klinikum Kassel. Sollte es in Einzelfällen zu Sprachproblemen kommen, erfolge die Kommunikation notfalls „mit Händen und Füßen“ und man versuche im Haus einen Übersetzer zu finden.

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

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