Im Landkreis mussten 70 Gaststätten schließen

Schwalm-Eder. 70 Kneipen und Gaststätten wurden in den vergangenen zehn Jahren im Schwalm-Eder-Kreis geschlossen. Und weitere werden folgen, ist sich Claudia Lange-Kurzeknabe sicher.

Die 43-Jährige ist Vorsitzende des Kreisverbandes Fritzlar des deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes. Damit liegt der Landkreis laut statistischem Landesamt immerhin unter dem Bundestrend. Die Entwicklung sei dennoch alarmierend, sagt Lange-Kurzeknabe.

Bundesweit mussten seit 2001 23 Prozent der Betriebe schließen - im Landkreis waren es im selben Zeitraum 14 Prozent. Derzeit gibt es noch 450 Restaurants, Gaststätten, Kneipen und ähnliche Betriebe im Landkreis - 2001 waren es noch 520, weist die Statistik aus. Es gebe zwar verschiedene Gründe, sagt Lange-Kurzeknabe, aber der demografische Wandel und die leeren Portemonnaies der Menschen seien die wichtigsten.

Gerade die Gaststätten in den Ortskernen seien zuletzt immer mehr in Schieflage geraten. Die Umsätze gingen zurück und die Inhaber hätten seit Jahren massive Probleme Nachfolger zu finden. „Es gibt einfach keine potenziellen Pächter und Käufer und immer seltener wollen Familienmitglieder die Betriebe weiterführen“, erklärt Lange-Kurzeknabe. Die 43-Jährige betreibt erfolgreich den Landgasthof Lange in Kerstenhausen.

Die jüngere Generation bis 35 Jahre koche eher ihr eigenes Süppchen und sei seltener in den Gaststätten anzutreffen. Es werde zwar noch ein Feierabendbierchen getrunken. Um allerdings mit der Familie essen zu gehen, fehle vielen das Geld. Hinzu komme, dass viele Schankwirtschaften unter dem Rauchverbot litten. Mit privaten Veranstaltungen in Dorfgemeinschaftshäusern, Sportlerheimen und anderen Räumen mit Schankmöglichkeit werde dies umgangen.

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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