Studie: Unternehmen sorgen für wirtschaftliche Neuerungen

Landkreis profitiert von Firmen in Familienbesitz

Schwalm-Eder. Je mehr Familienunternehmen in einer Region aktiv sind, desto mehr wirtschaftliche Neuerungen gibt es. Das hat eine Untersuchung der Technischen Universität München ergeben. Die Forscher untersuchten auch den Schwalm-Eder-Kreis, der im hessenweiten Vergleich gut abschnitt.

Dr. Jörn Block und Frank Spiegel hatten sich mit dem Thema beschäftigt. „Es heißt oft, dass gerade Familienunternehmen viel zum Wirtschaftswachstum beitragen“, sagt Spiegel. Das Vorurteil über solche Betriebe schwanke trotzdem zwischen „innovativ“ und „konservativ“.

Deshalb haben die Wissenschaftler untersucht, wie sich die Zahl der Patent-Erteilungen und die der Familienunternehmen in West-Deutschland zueinander verhalten. Ergebnis: „Je höher der Anteil an Familienunternehmen in einer Region ist, desto höher ist dort die Innovationsaktivität“, sagt Spiegel. Das hänge vermutlich damit zusammen, dass die Betriebe eher mit Akteuren aus der Region zusammenarbeiten und es so zu einem positiven Wissenstransfer kommt.

Der Schwalm-Eder-Kreis schafft es bei der Zahl forschungsintensiver Familienunternehmen pro Einwohner in die zweitbeste Gruppe. Berücksichtigt wurden nur B. Braun in Melsungen, Wikus in Spangenberg und Konvekta in Schwalmstadt – also ein Bruchteil der Familienunternehmen. Beim Patentvergleich lag der Landkreis mit sechs erteilten Patenten im Vergleichsjahr im Mittelfeld.

Dass die Familienunternehmen ein Innovationsmotor sind, ist für die Industrie- und Handelskammer (IHK) keine Überraschung: Die Rolle dieser Betriebe sei „absolut überragend“, sagt Andreas Fischer vom Servicezentrum Schwalm-Eder. Die Unternehmer seien in der Region verwurzelt und fühlten sich verantwortlich. Die Beziehung zu Konzernen sei auf Grund schneller und vieler Führungswechsel schwieriger.

Von Göran Gehlen

Quelle: HNA

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