Landkreis Schwalm-Eder verliert jedes Jahr 1000 Einwohner

Schwalm-Eder. Der Landkreis verliert jedes Jahr etwa 1000 Einwohner. Das entspricht der Größe der Stadt Schwarzenborn. Derzeit leben zwischen Fulda, Eder und Schwalm 180 987 Menschen, vor zehn Jahren waren es 193 018. Diese Zahlen nannte Hans-Georg Korell vom Amt für Wirtschaftsförderung im Gespräch mit der HNA.

Die Entwicklung sei eklatant und eine Umkehr des Trends derzeit nicht erkennbar. Nach Einschätzung Korells zeigen sich hier die Folgen des demographischen Wandels sehr deutlich: Es werden weniger Kinder geboren als ältere Menschen sterben. Allein bezogen auf das erste Halbjahr 2012 lag das Verhältnis bei 618 zu 1092.

Eine Ausnahme gibt es allerdings: In Gudensberg ist die Einwohnerzahl in den vergangenen zehn Jahren gestiegen - von 8990 auf 9230 Menschen. Deutlich wird das auch an den stetig wachsenden Baugebieten am Stadtrand. Ein Nord-Süd-Gefälle, das aus der Nähe zu Kassel und zu Unternehmen wie VW resultiert, ist erkennbar.

Auch Körle, Edermünde und Guxhagen schneiden relativ gut ab. Stark verloren haben - auf niedrigem Niveau - aber beispielsweise Oberaula und Jesberg.

Die Zahl der Fortzüge und der Zuzüge halten sich insgesamt fast die Waage (4479 zu 4413). Das deute daraufhin, dass der Landkreis als Wohnort durchaus attraktiv sei, meint Korell. Ein wichtiges Kriterium sei dafür das Arbeitsplatzangebot. Interkommunale Gewerbegebiete hätten sich bewährt.

Günstiger Wohnraum, familienfreundliche Angebote und eine gute Verkehrsanbindung tragen ebenfalls dazu bei, Menschen in den Landkreis zu holen oder sie hier zu halten. Eine gute Grundversorgung mit Lebensmitteln und Bekleidung sei vor allem für ältere Menschen wichtig. Wenn es daran fehle, zögen ältere Leute lieber in die Mittelzentren.

Von Heinz Rohde

Quelle: HNA

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