Landkreis sucht Flächen für Windräder - Vorschläge bis zum Herbst

Schwalm-Eder. Nur auf einer Fläche von 78 Hektar in Gilserberg ist bislang der Bau von Windkraftanlagen im Landkreis möglich. Hoffnung auf mehr weckte jetzt die Entscheidung der Regionalversammlung, neue Flächen für Windräder auszuweisen. Doch die Energiewende wird noch auf sich warten lassen, denn bislang gibt es weder Flächen, die schnell und problemlos zur Verfügung sehen, noch Investoren. Das größte Handicap: Die 18-Kilometer-Schutzzone um den Militärflugplatz in Fritzlar.

Trotz der Probleme ist Vizelandrat Winfried Becker optimistisch: „In den kommenden Jahren wird es deutlich mehr Flächen für Windenergie im Landkreis geben.“ Becker rechnet aber auch mit einigem Widerstand bei denjenigen, vor deren Haustür ein Windrad gebaut werden soll. Deshalb müsse die Politik deutlich mehr tun für die Akzeptanz der Windenergie.

„Wir setzen auf einen Mix aus Sonne, Wasser und Wind,“ sagt beispielsweise Borkens Bürgermeister Bernd Heßler. Allerdings sieht er bei der Windkraft nur beschränkte Möglichkeiten. Borken liege in der Schutzzone des Fritzlarer Bundeswehr-Flugplatzes. Und in dieser Zone habe die Flugsicherheit Vorrang. Ändere die Bundeswehr ihre Meinung, könnte auch wieder die in der Zone liegende Lendorfer Höhe in Betracht kommen.

Zurückhaltend bewertet Michael Conrad, Sprecher des Regierungspräsidiums Kassel, die Entscheidung der Regionalversammlung und dämpft hochfliegende Erwartungen auf große Flächenausweisungen. „Das Areal wird größer“, räumt er ein, „doch wo und welches Ausmaß Windkraft im Schwalm-Eder-Kreis haben könnte, ist im Augenblick nicht zu sagen.“ Vorsichtig ist Conrad auch bei der Zeitplanung. Bis zum Herbst sollen die Vorschläge erarbeitet werden, und mit der Offenlegung des Plans sei im Sommer kommenden Jahres zu rechnen. „Dann erst beginnt die Debatte über die Standorte“, kommentiert der RP-Sprecher.

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Quelle: HNA

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