Wahl am 29. März

Landratskandidat Mark Weinmeister beobachtet gern Vögel

Familie mit Hund: Mark Weinmeister (CDU) will Landrat werden. Mit im Bild Ehefrau Konstanze, die Kinder Charlotte und Moritz und Hund Yoda. Foto: Feser

Guxhagen. Mark Weinmeister kandidiert bei der Wahl am 29. März für das Amt des Landrats im Schwalm-Eder-Kreis.

Weil er so imposant ist und lautlos dahingleitet, nennt Mark Weinmeister den Uhu als Lieblingsvogel. Gewisse Ähnlichkeiten zwischen beiden gibt es: Auch Weinmeister ist von imposanter Statur und gleitet hin und her - zwischen Guxhagen, Wiesbaden und Brüssel. Der Hessische Staatssekretär für Europaangelegenheiten will am Sonntag, 29. März, Landrat werden, in seinem Heimat-Landkreis.

Das würde vor allem seine Kinder Charlotte, 13, und Moritz, 9, freuen. Sie sehen ihren Papa nämlich nur am Wochenende. „Das ist blöd“, sagt Moritz, „deshalb finde ich es gut, wenn Papa Landrat wird.“ Unter der Woche hat Weinmeister eine Ein-Zimmer-Wohnung in Wiesbaden, pendelt von dort aus zwei Mal wöchentlich nach Brüssel. „Das ist wie in der Studentenzeit“, sagt er, „am Wochenende bringe ich die Wäsche mit nach Hause.“ Und dann muss er lachen.

Weinmeister lacht gerne. Wenn er zum Beispiel von den vier, fünf Gegentoren berichtet, die er regelmäßig als Torwart der Landtagself kassieren muss („Ich bin aber gut auf der Linie“). Wenn er von den Mehlschwalben erzählt, die an seiner Hauswand zwei Nester gebaut haben. Wenn er erzählt, wie es als jugendlicher Betreuer von Landkreis-Freizeiten Gassenhauer am Lagerfeuer mit seiner Gitarre begleitete („Das habe ich mir mit Buch und Kassette selbst beigebracht“).

Auch Politik macht ihm viel Spaß. Mit seinem Amt als Klassensprecher in Guxhagen fing alles an, in der Oberstufe war er Schulsprecher, bei der Bundeswehr Vertrauensmann: „Es hat mir Spaß gemacht, mich für andere einzusetzen.“ Spaß hat ihm auch das Lehrersein gemacht: Er unterrichtete an Gymnasien in Melsungen und Gudensberg.

Mit 32 machte er dann doch sein Hobby zum Beruf, sagt er. Und gibt dann zu: „Dafür zahle ich einen hohen Preis.“ Leise wird die Stimme, wenn er berichtet, nicht alle Ballettaufführungen seiner Tochter gesehen zu haben, schulische Entwicklungen seiner Kinder nur erzählt zu bekommen, den Alltag seiner Frau Konstanze, die im niedersächsichen Gronau als Stadtarchivarin in Teilzeit arbeitet, erstmal nur am Telefon zu hören. Denn meistens ist Weinmeister unterwegs.

Hobby: Vögel zählen 

Wenn er am Wochenende aber doch zuhause ist, geht er gerne in die Natur, fotografiert am liebsten mit seiner Nikon D800 und zählt mit seiner Frau Vögel. Die Weinmeisters sind nämlich Hobby-Vogelkundler und zählen Brutvögel für den Dachverband Deutscher Avifaunisten.

Vier Mal im Jahr fährt das Ehepaar früh morgens zu ihrem Kartierungsgebiet bei Empfershausen, mit Fernglas und Bestimmungsbuch. Manchmal hören sie dort bis zu 30 Vogelarten. 15 erkennt er mittlerweile am Gesang, schätzt Weinmeister. „Zilpzalp und Amseln sind leicht“, sagt er, „die Kohlmeise kann einen aber verrückt machen, weil sie andere Vögel imitieren kann.“ Seinen Lieblingsvogel, den nachtaktiven Uhu, hat Mark Weinmeister dort noch nicht entdeckt.

Von Claudia Feser

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Quelle: HNA

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