Die Naumburger Feldtage zogen am Wochenende wieder Hunderte von Besuchern in ihren Bann

Landwirtschaft im Wandel der Zeit

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Gespräche über die Landwirtschaft: Auf dem Feld trafen sich Besucher zu einem Schnuddelchen.

Naumburg. Vom technischen Wandel in der Landwirtschaft der letzten 50 Jahre konnten sich die Zuschauer überzeugen. Die 40 Mitglieder der Landjugend Naumburg veranstalteten ihre Feldtage. In der Scheune und auf den Äckern von Familie Kulle im Hattershäuser Weg gab es einiges zu erleben.

Auf einem 20 PS starken Oldtimertrecker vom Typ Deutz D25 aus dem Jahr 1965 zog Fabian aus Uttershausen im Zeitlupentempo mit einem Zweischarpflug Ackerfurchen. Direkt daneben bretterte Landjugendvorsitzender Julian Rabanus am Steuer eines modernen Claas-Treckers ackernd über das Stoppelfeld. Das Hightech-Arbeitsgerät hatte nicht nur 166 PS unter der Haube, sondern erledigte mit einem integrieren 30-Schar-Pflug, mit Baggerwalze, Kreiselegge und Sämaschiene gleich mehrere Arbeitsgänge in einem Rutsch.

Der 166 PS-Koloss war jedoch nicht der leistungsstärkste Trecker der diesjährigen Naumburger Feldtage, sondern ein Deutz-Fahr mit 270 PS. Um diesen als Neufahrzeug zu kaufen, so Julian Rabanus, muss ein Landwirt schon rund 120 000 Euro auf den Tisch blättern.

Aufgereiht: Mehr als 100 Oldtimer konnten bei den Feldtagen in Naumburg bestaunt werden.

Ein Bruchteil davon, nämlich 9000 Euro einschließlich der Restaurierung mit Originalteilen, hatte Gerhard Eichler aus Ippinghausen investiert, um sich seinen Traum zu erfüllen. Er ist Besitzer eines 43 Jahre alten Unimogs vom Typ 421, der vorher am Königssee im Berchtesgadener Land zum Schneeräumen eingesetzt war. Der Ippinghäuser hatte in jungen Jahren in Göttingen Landmaschinenmechaniker gelernt, jedoch ausschließlich nur für Unimogfahrzeuge.

Die Besucher der Naumburger Feldtage bestaunten Trecker, Schlepper und Traktoren. Es war eine Mischung an Hightech-Fahrzeugen und Oldtimern, von denen weit über 100 über die Äcker Naumburgs getuckert waren.

Spielstationen für Kinder

Wie die Technik die Land- und Forstwirtschaft verändert hat, demonstrierte Martin Vorpahl. Statt bei der Wald-ernte Brennholz kräftezehrend in Handarbeit auf- und abzuladen, anschließend mit Säge und Axt zu Scheiten zu verarbeiten, bestückte er entspannt mit einem Greifarm eine Maschine, die den mächtigen Stamm in die gewünschte Größe schnitt. Stand für die Treckerfreunde eine so genannte Motorbremse im Blickpunkt, mit der sie die Leistung ihres Fahrzeugs messen konnten, so gab es für Kinder Spiel-, Bastel- und Schminkstationen. Der Renner war neben einer Hüpfburg ein mit Weizenkörner gefülltes „Planschbecken.“

Am Samstagabend ging es bei einer Scheunenparty heiß her, das Sonntagsprogramm begann mit einem ökumenischen Feldgottesdienst. Anschließend spielte die Naumburger Stadtkapelle zum Frühschoppen auf. (zih)

Naumburger Feldtage

Naumburger Feldtage

Quelle: HNA

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