23-jähriger Mann verurteilt

Lange Haft für brutalen Raubüberfall

Marburg/Stadtallendorf. Sechseinhalb Jahre muss ein 23-jähriger Litauer für einen brutalen Raubüberfall, die er in Tateinheit mit einer schweren Körperverletzung begangen hat, ins Gefängnis.

Damit bestrafte das Marburger Landgericht eine Tat, die der Mann im November 2011 zusammen mit zwei bisher nicht bekannten Komplizen in der Stadtallendorfer Niederkleiner Straße begangen hatte.

Gemeinsam mit seinen beiden Mittätern hatte der Litauer ein Juweliergeschäft in der Stadtallendorfer Einkaufsmeile überfallen. Nachdem die drei Männer über längere Zeit das Geschäft beobachtet und abgewartet hatten, bis der Geschäftsinhaber allein im Laden war, betraten sie das Geschäft.

Durch seine Gestik hatte der Litauer, der kein Deutsch sprach, dem Inhaber zu verstehen gegeben, dass er Ohrringe kaufe wolle. Dann umklammerte er ihn, überrumpelte den 49-jährigen Geschäftsinhaber mit einem heftigen Schlag ins Gesicht und brachte ihn dadurch hinter der Ladentheke zu Fall.

Zusammen mit einem zweiten Täter traktierte der 23-Jährige den am Boden liegenden Mann mit Fußtritten und Schlägen ins Gesicht. „Ich dachte, ich sterbe“, schilderte der als Zeuge geladene 49-jährige seine Todesangst.

Stromschlag mit Schocker

Zudem versetzte der Litauer dem Mann mit einem Elektroschocker einen Stromschlag am Bein. Währenddessen räumte der dritte Täter Ringen, Ohrringe, Ketten, Armreifen und Uhren im Gesamtwert von 115.000 Euro in eine Tasche.

Bei dem Überfall hatte der Geschäftsinhaber erhebliche Verletzungen am Kopf und am Körper davongetragen.

Nach der Tat habe er bis heute 15 Kilo abgenommen und sei ein kranker Mann geworden, schilderte der Zeuge seine körperlichen und vor allem seelischen Ängste und Qualen.

Nach der Tat waren das Trio zunächst zu Fuß und anschließend mit einem abseits des Tatortes abgestellten Auto geflohen. Von der Beute fehlt bisher jede Spur. Nach Angaben seines Verteidigers hat der Litauer für die Mithilfe bei dem Raubüberfall von seinen Komplizen, die sich wahrscheinlich ins Ausland abgesetzt haben, 2000 Euro als Gehilfenlohn erhalten.

Kleidung lag im Wald

Anfang Dezember 2011 hatte dann eine Zeugin Kleidungsstücke und Vitrinenteile eines Juweliergeschäftes bei einem Spaziergang in einem Waldstück in der Nähe von Alsfeld gefunden.

Bei der polizeilichen Untersuchung dieser Beweisstücke war die Polizei dem Litauer, der zu dieser Zeit bereits wegen eines anderen Deliktes in Augsburg in Haft saß, durch die vergleichende Auswertung von DNA-Spuren auf die Spurgekommen.

Überfall gestanden

Bereits vorher hatte der Litauer den Raubüberfall in Stadtallendorf gestanden. Dies wurde ihm bei seiner Verurteilung ebenso wie die zum Tatzeitpunkt noch nicht vorhandene Vorstrafen zu seinen Gunsten gewertet. In sein Urteil schloss Richter Dr. Carsten Paul eine vorherige Bestrafung durch das Amtsgericht Augsburg ein.

Dabei war der 23-jährige wegen versuchtem Bandendiebstahls und Urkundenfälschung zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden. (yaw)

Quelle: HNA

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