Vogel ist Teil eines Forschungsprojekts

Langer Ausflug: Geier-Weibchen Fördi vom Edersee kreiste über Breuna 

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Leben in Freiheit: Die Geier der Greifenwarte können jederzeit den Tierpark Edersee verlassen. Einer von ihnen flog am Wochenende bis nach Breuna. Der Hunger treibt die Aasvögel immer wieder nach Hause.

Breuna. Ein ungewöhnlicher Anblick bot sich am Wochenende den Breunaern: Ein Geier kreiste über dem Ort und wurde auch von Spaziergängern in der Feldgemarkung fotografiert.

Nach HNA-Recherchen gehört der Gänsegeier zu einem Forschungsprojekt des Wildtierparks Edersee. Dort leben die Geier in einem Außenbereich, den sie selbständig verlassen können. Untersucht wird seit zwei Jahren der Radius, in dem sie sich bewegen. Der Breuna-Trip ist bisher die größte überwundene Distanz. 

Schnappschuss bei Breuna: Ein Spaziergänger hat Fördi mit dem Handy fotografiert.

Der Geier heißt Fördi und ist ein Mädchen. Mehr als 40 Kilometer hat der Jungvogel vom Wildpark Edersee bis nach Breuna zurückgelegt. So mancher schaute ungläubig in den Himmel, an dem Fördi ihre Kreise zog, Spaziergänger fotografierten sie auf einem Feld am Ortsrand. Falkner Ludger Kluthausen vom Wildpark Edersee zeigte sich bei einem Anruf der HNA überrascht: „So weit ist Fördi noch nie geflogen.“

Forschungsprojekt des Parks

Der Gänsegeier gehört zu einem Forschungsprojekt der Greifenwarte, bei dem drei Geier in Freiheit auf einem Felsen im Park leben. Dies wurde vor zwei Jahren initiiert, um zu erfahren, wie weit sich die Geier vom Tierpark entfernen. Ihr Aktionsradius könne bei rund 70 Kilometern liegen, so Kluthausen. Die etwas über 40 Kilometer lange Strecke nach Breuna sei aber bisher die größte Distanz, die die Geier zurückgelegt hätten. Den Park erreichten regelmäßig Sichtmeldungen. Die Geier seien oft mehrere Tage verschwunden, kämen aber immer wieder zurück. „Die Aasvögel ernähren sich ausschließlich von toten Tieren und die gibt es in unserer ausgeräumten Landschaft selten zu finden.“

Hunger treibt sie zurück

Also treibe sie der Hunger wieder in den Wildpark zurück. Mit dem hiesigen Klima kämen die Geier, die aus Spanien und Frankreich stammten, gut klar.

Fördi ist nach dem Förderverein des Wildparks benannt, der den Vogel im vergangenen Jahr anschaffte. Die Falkner hoffen, dass sich Fördi und die anderen Geier fortpflanzen. Auf dem Felsen wurde dafür eine Möglichkeit geschaffen. Allerdings seien die Tiere noch zu jung, meint der Falkner. Gänsegeier würden erst mit mindesten fünf Jahren geschlechtsreif. Am liebsten würde man auch anderen Vögel im Wildpark die Freiheit lassen. „Leider ist das nicht möglich, da sie sich gegenseitig töten würden“, erklärt Ludger Kluthausen.

Quelle: HNA

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