Niederelsungen

Langer Winter verzögert Sanierungsarbeiten an Dorfkirche

Niederelsungen. In Geduld müssen sich die Niederelsunger Kirchgänger üben: Der langanhaltende Winter mit seinen eisigen Temperaturen hat die Sanierungsarbeiten an der Dorfkirche deutlich verzögert.

„Die Bodenverlegearbeiten hätten bereits in vollem Gange sein sollen“, sagt Pfarrer David Bienert. Doch statt geschliffenem Estrich wurden bislang nur provisorische Platten verlegt. „Nur bei Temperaturen über fünf Grad kann der Estrich adäquat verlegt werden“, sagt Bienert. „Bei den Nachtfrösten im März konnten wir einen Beginn der Arbeiten nicht riskieren.“

Die witterungsbedingte Verzögerung habe besonders den Niederelsunger Konfirmanden einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ihre feierliche Einsegnung hätten sie gerne in ihrer heimischen Dorfkirche empfangen. „Leider war das auf der Baustelle nicht möglich, und wir mussten in die Kirche der Nachbargemeinde Oberelsungen ausweichen“, sagt der Pfarrer. Er rechne aber damit, dass die Sanierung mit dem Einzug des Frühlings in den nächsten Wochen fortgesetzt werde.

Die Tür der Niederelsunger Dorfkirche soll schon bald wieder für Kirchgänger offen stehen: Pfarrer David Bienert hofft, dass die Sanierungsarbeiten bis zum Erntedankfest abgeschlossen sind. Das genaue Alter der Kirche ist weiterhin unbekannt. Foto: Spanel

Die Renovierungsarbeiten haben bereits im Jahr 2012 begonnen. Kurz nach der 750-Jahr-Feier im Sommer wurde die Kirche geschlossen. „Der Eingang soll barrierefrei gestaltet werden“, sagt Pfarrer Bienert.

Dazu müsse nicht nur der Fußboden abgesenkt, sondern auch hinderliche Treppenstufen beseitigt werden. Renoviert werden auch die Empore und die Orgel. Insgesamt soll der Kirchenraum offener und heller als bisher gestaltet werden. „Wir entwickeln gerade ein eigenes Farbkonzept“, sagt Bienert. Geplant ist außerdem, die Kirchenbänke zu beheizen und eine Lautsprecheranlage mit Mikrofon zu installieren. „Bis dahin ist noch viel zu tun“, sagt Bienert. Vom ursprünglichen Plan, alle Arbeiten bis zum Erntedankfest im Oktober abgeschlossen zu haben, will er aber trotz der unfreiwilligen Pause noch nicht abweichen.

„Wir sind nach wie vor auf Spenden angewiesen“, sagt der Pfarrer. Bislang habe man 90 000 Euro an Spendengeldern eingenommen, etwa 20 000 Euro fehlten noch. Die Expertengutachten, die nach dem Fund mittelalterlicher Mauern im Zuge der Sanierungsarbeiten nötig geworden waren, hätten die Baukosten zusätzlich erhöht.

Das Geheimnis um das Alter der Niederelsunger Kirche ist indes noch nicht gelüftet. „Die Auswertung der Funde läuft noch“, sagt David Bienert.

Von Emily Spanel

Quelle: HNA

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