Tänzer der „Fresh Mett Boys“ mischen seit zehn Jahren im Frielendorfer Karneval mit

Sie lassen Muckis spielen

Jung und athletisch: Die Fresh Mett Boys verstehen sich als moderne Variante des Männerballetts. Trainiert wird für die Auftritte im Frielendorfer Karneval zwei Mal in der Woche. Foto: Rose

Frielendorf. Ein Auftritt in Ballettröckchen und Strumpfhosen – das kommt für die Jungs der Frielendorfer Showtanzgruppe „ Fresh Mett Boys“ nicht in Frage: Stattdessen zeigen die knackigen Kerle lieber ihre Muskeln und durchtrainierten Körper. Weg vom albernen Image eines Männerballets, hin zur durchchoreografierten Tanznummer – das war bei der Gründung vor zehn Jahren das Ziel der Truppe. Bis heute sind die Männer ihrer Linie treu geblieben. Und wenn sie bei Freunden erzählen, dass sie zum Tanz- statt zum Fußballtraining gehen, dann tun sie das aus Überzeugung und nicht ohne Stolz: „Wir haben uns jedes Jahr akrobatisch und tänzerisch gesteigert“, sagt Jens Trescher, der zusammen mit Christian Baier seit zehn Jahren dabei ist.

Aus den Frielendorfer Karnevalssitzungen ist das „Frischfleisch“ – so werden sie liebevoll genannt – nicht mehr wegzudenken. Trainiert werden die Jungs im Alter von 14 bis 40 Jahren von Steffi Trescher, die bereits die kleine Kindergarde und das Funkenmariechen anleitete. Insgesamt 17 Tänzer wagten sich innerhalb des Jahrzehnts aufs Parkett. Aktuell feilen zehn Akteure an Ausdruck, Schrittfolgen und Technik. In der Region sind die knackigen Kerle gefragt: Regelmäßig treten sie beim Weiberfasching in Ziegenhain auf, auf der Bühne standen die Jungs auch in Merzhausen. Dass sich ihre athletischen Körper und das tänzerische Können durchaus sehen lassen können, bewiesen die Fresh Mett Boys 2010 beim hessischen Männerballett-Turnier in Großenritte. Da ertanzten sie sich den dritten Platz und reisten weiter zu den westfälischen Meisterschaften. „Die Konkurrenz kam aus den Karnevalshochburgen. Und wir waren stolz, dass wir der Paroli bieten konnten“, erzählt Holger Grund.

Liegestütze für die Oberarme

Grundsätzlich erarbeiten die Männer alles selbst. Zusammen mit Steffi Trescher – „bei der Ideenfindung hilft eine Kiste Bier in der Mitte“ – entwickelt sich das Motto, daraus die Auswahl der Lieder, die Choreografie. „Wichtig ist für uns die Geschichte hinter dem Tanz“, erläutert Mario Breiding. Neben den Schrittfolgen sei die Akrobatik immer ausgefeilter geworden. „Wer in den Oberarmen schwach ist, dem empfehle ich neben dem Training schonmal einige Liegestütze“, sagt die Trainerin. Ab September wird zwei Mal in der Woche trainiert: Anfangs in der Turnhalle, später vor einer Spiegelwand. Zeitgleich schaut sich die Truppe nach Nachwuchs um: „Wir wollen ja auch mal in Rente gehen“, sagt Breiding (40). Die Aufnahme sei denkbar einfach. „Wir schauen uns jemanden aus, fragen ihn und lassen ihn auf einem Bierdeckel unterschreiben – schon ist er ein Fresh Mett Boy.“

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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