Polizei untersucht Brummis am Rasthof Hasselberg auf Sicherheitsmängel

Schwalm-Eder. „Ein bisschen mehr nach links. Noch 20 Zentimeter vor. Stopp!“ Die Bremsen des Lkw zischen. Frank Aschenbrenner hat den 40-Tonner präzise auf die Matten der Lkw-Waage dirigiert. Nun kann der Kommissar der Autobahnpolizei die Last auf jeder einzelnen Achse messen.

Der dunkelblaue Sattelzug war nicht das einzige Fahrzeug, das am Donnerstag bei einer groß angelegten Lkw-Kontrolle auf der Raststätte Hasselberg an der A7 auf die Waage musste. Vor allem bei sperrigen Frachtstücken oder Containern überprüften 40 Polizeibeamte das Gewicht der Brummis.

Viele Mängel bei Lastwagen

Überladen? Mit Hilfe von elektronischen Matten können auch 40-Tonner problemlos gewogen werden.

„Viele Lkw sind überladen, damit ihre Fahrten wirtschaftlicher sind“, erklärte Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch. Der hohe Kostendruck in der Speditionsbranche führe oft dazu, dass auch bei anderen Fragen der Sicherheit gespart werde.

Abgefahrene Reifen, gerissene Bremsscheiben, lose Achsen und vor allem schlecht gesicherte Ladung sind die häufigsten Mängel, die bei einer solchen Verkehrskontrolle auftauchen. So wie bei einem roten 40-Tonner, dessen Fahrer unter der strengen Aufsicht von Polizist Rüdiger Willich die Ladung nachträglich sichern musste. Ein Techniker war derweil damit beschäftigt, das Fahrgestell elektronisch ein Stück abzulassen, weil die zulässige Höhe überschritten war.

Bilder der Kontrollen

Lkw-Kontrollen am Rasthof Hasselberg

Befestigt? Bei diesem Lkw musste die Ladung zusätzlich gesichert werden. Ein Techniker senkte zudem das Fahrwerk elektronisch ab, um eine zulässige Höhe zu erreichen.

„Bevor diese Mängel nicht behoben sind, darf der Lkw nicht weiterfahren“, sagte Willich. Der Fahrer habe beim Beladen Zeit sparen wollen, vermutete der Kommissar. In der Kontrolle seien die Fahrer kooperativ und einsichtig, auch wenn sie wertvolle Zeit verlören, betonte Willich. Schließlich ginge es auch um ihre Sicherheit.

Am Hasselberg arbeiteten Spezialisten verschiedener Polizeieinheiten zusammen. Volker Peter etwa kontrollierte in der mobilen Urkundenprüfstelle mit UV-Licht und einer Lupe Pässe und Führerscheine einer weißrussischen Familie. Reine Routine: Sie waren mit ihrem überladenen Sprinter aufgefallen und wurden von einem der zehn Einsatzteams herausgewunken.

Gefälscht? Mit UV-Licht überprüfte Kommissar Volker Peter Reisepässe, Führerscheine und andere Dokumente auf Echtheit.

Der Polizei ging es vor allem um eine erhöhte Verkehrssicherheit. Über die Ergebnisse der Lkw-Kontrolle berichten wir in unserer Ausgabe am Samstag.

Quelle: HNA

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