Ehepaar verurteilt

Spritztour: Mit dem geklauten Lastwagen zur Disco

Treysa. Weil er von einem Firmengelände im Altkreis Ziegenhain ein Fahrzeug entwendet, mit diesem zu einer Schwalmstädter Diskothek gefahren und auf dem Weg dorthin zwei parkende Autos beschädigt hatte, musste sich ein 47-Jähriger aus Südhessen vor dem Amtsgericht in Treysa verantworten.

Ohne sich um den Schaden zu kümmern, hatte sich der Mann vom Unfallort entfernt. Zur Tatzeit stand er unter Alkoholeinfluss, zudem hatte er keinen Führerschein.

Ebenfalls vor Gericht verantworten musste sich die 46-jährige Ex-Frau des Angeklagten. Sie hatte sich zur nächtlichen Spritztour im entwendeten Siebeneinhalb-Tonner breitschlagen lassen. Auch sie war zur Tatzeit alkoholisiert. An den Fahrzeugen entstand ein Schaden von mehreren tausend Euro.

Wegen unbefugten Gebrauchs eines Kraftfahrzeuges, Straßenverkehrsgefährdung, Fahrens ohne Fahrerlaubnis und unerlaubten Entfernens vom Unfallort sprach das Gericht gegen den 47-Jährigen eine Gesamtstrafe aus. Er wurde zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt. Die Strafe ist zu vier Jahren Bewährung ausgesetzt.

Zudem wurde für die Fahrerlaubnis eine zweijährige Sperrfrist verhängt. Berücksichtigt wurde ein Urteil des Amtsgerichts Melsungen wegen gemeinschaftlichen Diebstahls und mehrfachen Computerbetrugs mit seiner Ex-Frau.

Die Frau sagte, sie sei überrascht gewesen, als ihr Ex-Mann sie mit dem Lkw zur Discofahrt abholen wollte. Sie habe versucht, es ihm auszureden und vorgeschlagen, zu trampen. Den Unfall habe sie mitbekommen. Ihr Ex-Mann sei aber weitergefahren.

Der 47-Jährige sagte, er habe im Ort gehört, dass es möglich sei, sich Zugang zu einem der Wagen der ortsansässigen Firma zu verschaffen. Laut Richter war dies schon öfter vorgekommen. Der Angeklagte beteuerte, zuvor nicht an Fahrten mit Firmenwagen beteiligt gewesen zu sein. Auch habe er den Lkw nicht stehlen wollen. Der Schlüssel habe gesteckt. Die weiteren gegen ihn erhobenen Vorwürfe räumte er ein. Handschuhe zu tragen, sei seine Idee gewesen, da er aufgrund anderer Straftaten registriert sei.

Nachdem der Firmeneigentümer das Fehlen des Lkw bemerkt hatte, begab er sich auf die Suche. In Schwalmstadt habe er den Wagen fahren sehen und sei ihm im Abstand von 30 bis 40 Metern gefolgt.

Auf dem Heimweg

Das Paar befand sich zu diesem Zeitpunkt auf dem Heimweg. Kurz vor dem Firmengelände habe der Wagen das Tempo gedrosselt, sei dann aber weitergefahren und auf einem Parkplatz zum Stehen gekommen, sagte der Zeuge. Dort habe er den Lkw mit den Scheinwerfern seines Autos angestrahlt und auf die Polizei gewartet. Beim Eintreffen dieser sei das Paar aus dem Fahrzeug gestiegen.

Beide Angeklagte wohnen in therapeutischen Einrichtungen. Der 47-Jährige musste sich bereits wegen Brandstiftung und Sachbeschädigung verantworten und war zeitweise in der Psychiatrie untergebracht.

Quelle: HNA

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