Der Tuspo Ungedanken hat eine wechselhafte Geschichte hinter sich und feiert nun

100 Jahre Tuspo Ungedanken: Per Lastwagen zum Spiel

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Voller Einsatz auf dem neuen Sportplatz in Ungedanken: Im Jahr 1960 entstand dieses Bild bei der Einweihung des neuen Geländes.

Ungedanken. Sie hießen Josef Gutheim, Karl Guthard, Donatus Blum und Ferdinand Freund, und ihr Erbe hat bis heute Bestand. Diese vier Männer gründeten vor 100 Jahren den Verein Gut Heil, der heute den Namen Tuspo Ungedanken trägt.

Das Jubiläum wird am Wochenende im Fritzlarer Stadtteil mit Festakt und natürlich mit Sport gefeiert. Während in den Anfangsjahren Bodenturnen, Geräteturnen und die Leichtathletik das Programm bestimmten, hat ein Jahrhundert später der Fußball das Regiment übernommen.

Auflösung drohte

Richtig Ärger gab es im Verein im Jahr 1923. Die Inflation machte der Vereinskasse den Garaus, oder wie es die Chronik formuliert: „Ein Kassenbestand war nicht mehr vorhanden.“ Es kam zu Unstimmigkeiten, und die Auflösung des Vereins drohte. Doch Bürgermeister Ferdinand Freidhof vermittelte, die Vereinsgeschichte ging weiter.

Dennoch kam der Sportbetrieb 1927 zum Erliegen und wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 wieder aufgenommen. 30 Mitglieder zählte der Verein, der nun eine Fußballmannschaft bekam.

Das war nicht ganz einfach, denn es fehlten nicht nur die Trikots, sondern auch ein Sportplatz im Dorf. Doch die Nachbarn aus Mandern waren großzügig und oten ihren Platz an. Auch Auswärtsspiele waren eine Herausforderung, denn die Mannschaft aus Ungedanken reiste auf einem offen Lastwagen mit Holzvergaser an.

Doch die Blüte des Fußballs war nur kurz, die Mannschaft zerfiel Ende 1948. 1955 wurde der Verein nochmal gegründet und erhielt den Namen Grün-Weiß Ungedanken. Bald bekam er auch einen eigenen Sportplatz.

1970 kam es zur sportlichen Kooperation mit den Nachbarn von Blau-Weiß Mandern. In der Folge wurden in Ungedanken zeitweise auch Tischtennis und Damengymnastik betrieben.

Seit 1975 trägt der Verein seinen heutigen Namen Tuspo 1911 Grün-Weiß Ungedanken. Seit 1991 besteht die Spielgemeinschaft mit Mandern. Passend zum Jubiläum holte sich die Mannschaft in der Saison 2010/2011 den Meistertitel und machte den Aufstieg in die Kreisoberliga perfekt. So gibt es für den Verein um den Vorsitzenden Karsten Horn genug Grund, 100 Jahre stolze Sporttradition zu feiern.

Quelle: HNA

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