Laternenumzüge im Wolfhager Land zum Gedenken an Sankt Martin

Kindergartenkinder vom Haus der kleinen Füße haben Laternen für das Martinsfest gebastelt: Drachen, Mäuse, Schaf, Katze und Lichthäuser zeigen die Kinder Phillip, Menart, Leon, Jana, Felix, Justus, Tamina, Phil und Leonie. Foto:  Ricken

Wolfhager Land. Heute werden zum Gedenken an den Heiligen Martin von Tours in vielen Orten im Wolfhager Land Kinder mit ihren Laternen und Fackeln durch die Straßen ziehen. In Wolfhagen zum Beispiel laden die Evangelische und Katholische Kirchengemeinde Wolfhagen zur ökumenischen Martinsandacht für heute, ab 17 Uhr, in die Katholische Kirche St. Maria ein. Anschließend startet der Laternenumzug von der Katholischen Kirche bis zum kleinen Martinsfeuer auf dem Marktplatz. In Zierenberg beginnt das Ökumenische Martinsfest ab 17 Uhr an der Katholischen Kirche.

Wer war der Heilige Martin von Tours eigentlich? Martin von Tours war der dritte Bischof von Tours (Frankreich). Er wurde um 316/317 in Savaria, einer römischen Provinz Pannonia, heute Szombathely in Ungarn, geboren und starb am 8. November 397 im Alter von 81 Jahren in Candes bei Tours. Er wurde am 11. November in Tours unter großer Anteilnahme der Bevölkerung beigesetzt. Er ist einer der bekanntesten Heiligen der katholischen Kirche und wird auch in der orthodoxen, anglikanischen sowie der evangelischen Kirche verehrt.

Ab 334 war Martin als Soldat (gegen seinen Willen) der Reiterei der Kaiserlichen Garde in Armiens (Frankreich) stationiert. Die Gardisten trugen über dem Panzer einen weißen Überwurf aus zwei Teilen, der im oberen Bereich mit Schaffell gefüttert war. An einem Tag im Winter begegnete Martin am Stadttor von Amiens einem armen, unbekleideten Mann. In einer barmherzigen Tat teilte er seinen Mantel mit dem Schwert und gab eine Hälfte dem Armen. In der folgenden Nacht erschien ihm dann im Traum Christus, bekleidet mit dem halben Mantel, den Martin dem Bettler gegeben hatte. Im Sinne der Heiligen Schrift, Matthäus 25, 40 „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan“ - erwies sich Martin hier als Jünger Jesu. Für das sogenannte Laternelaufen gibt ers verschiedene Erklärungen: Der eine ist, Leute haben am Grab des Heiligen Martin sehr oft Lichterprozessionnen gemacht - daraus könnten sich die Laternenumzüge zum Gedenken an den Heiligen entwickelt haben.

Eine andere Wurzel des Laternenbrauchs könnte im Jahresablauf der Bauern liegen: Um Martini, also um den 11. November herum, wurden das Licht und das Feuer für die Menschen wieder wichtiger. Außerdem haben die Bauern die Arbeit auf den Feldern beendet.

Zum Dank für die Ernte hat man auf den abgeernteten Feldern Feuer entzündet. Die Kinder haben an dem Feuer Fackeln aus Stroh und Papier entzündet. Mit diesen Lichtern sind sie dann durch die Orte gezogen, um Obst und Gebäck zu erbetteln. (mow) Quelle: Wikipedia

Quelle: HNA

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