Hitze und Trockenheit setzen Bäumen zu

Laubbäume im Wolfhager Land stehen unter Stress

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Herbstlich: Auf dem Naumburger Burgberg (links) ist das Laub der alten Buchen bereits braun. Das frühe Umschalten in den Herbstmodus ist eine Reaktion auf die Trockenheit. Die tiefer stehenden, jüngeren Bäume am Puckelsberg (rechts) sind noch voll im Saft. 

Wolfhager Land. „Es ist gigantisch – oder beängstigend“, sagt Wolfhagens Forstamtsleiter Uwe Zindel angesichts der aktuellen Situation bei den Laubbäumen.

Ihnen ist der Stress, den Hitze und Trockenheit verursachen, anzusehen. Schon das dritte Jahr in Folge, sagt der Forstmann, werden auch in unseren Breiten Hitzerekorde aufgestellt, leiden die Bäume. „Da braucht es auch mal wieder Jahre der Erholung“, sagt Zindel, „dann halten sich auch die Schäden in Grenzen“. Derzeit sei noch nicht abzusehen, welche Folgen die langen Trockenphasen letztlich bringen werden.

Folgeschäden

Klar sei, die gestressten Bäume, die ihre ganze Energie in der Vegetationsphase in die Produktion von Samen als Überlebensversicherung für die Art investiert haben, gehen ohne große Reserven in den Winter. Sie werden vor allem im Wurzelbereich angreifbar gegen Schädlinge, gegen Pilze. Die zeigen sich meist erst Jahre später. „In trockenen Jahren werden die Folgeschäden induziert, die sich erst vielleicht in zehn Jahren zeigen“, sagt Zindel. „Die Ulme ist schon ausgefallen, die Esche angeschlagen.“ Jetzt die Buche?

Besser als die in der Region vorherrschende Buche komme die Eiche mit den sich verändernden Gegebenheiten, mit trocken warmen Sommern, klar. Angesichts ihrer Pfahlwurzel könne sie tieferliegende Wasserschichten anzapfen als die Buche mit ihren Herzwurzeln. Die Buche sei „an ein kühl-feuchtes Sommerklima adaptiert“, das in den vergangenen gut 4000 Jahren überwog. Zindel: „Da zeichnet sich eine Veränderung der Wälder ab.“

Risiko begrenzen

Die Forstwirte setzen deshalb auf einen gut durchmischten Wald, „um unser Risiko in Grenzen zu halten“. Zindels Wunsch: „Im April und Mai sollte es genug regnen, dass der Bodenwasserspeicher für den Sommer ordentlich gefüllt wird. Dann kann nicht viel schief gehen.“

Quelle: HNA

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