Demonstranten störten am Montag Informationsabend

Lautstarker Protest gegen Sexualstraftäter

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Lautstarker Protest gegen Sexualstraftäter

Neukirchen. Eine neue Qualität bekommt die Diskussion um den aus der forensischen Psychiatrie entlassenen Sexualstraftäter. Das offenbarte sich am Montagabend bei einer Informationsveranstaltung in Neukirchen.

Während bei der geschlossenen Veranstaltung im Rathaus 50 Neukirchener überwiegend sachlich mit Experten, Betreuern, Vertretern von Polizei und Justiz diskutierten, lieferten 70 Demonstranten von der Straße aus ein lautstarkes Begleitkonzert. Mit Trillerpfeifen und Rufen verliehen sie ihrer Forderung, der Mann müsse wegziehen, Nachdruck.

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An vorderster Front der Gruppe auch mehrere Kinder, deren Alter von der Polizei auf zwischen sieben und elf Jahre geschätzt wird. Sie skandierten Parolen wie „Der Schänder muss weg“. Mehrfach sollen während der Veranstaltung laut Polizei Demonstranten zwischen Rathaus und Wohnhaus des 46-jährigen Mannes gependelt sein. Nach Informationen der HNA sollen einige Teilnehmer der Demonstration der rechten Szene zuzuordnen sein.

Tiefe Gräben offenbarten sich auch bei Debatte im Rathaus: Auf der einen Seite die Ängste und Sorgen der Anwohner um ihre Kinder, auf der anderen Seite das Werben um ein Handeln im Sinne eines demokratischen Verständnisses. „Wir sind aufgerufen, ihn zu integrieren“, betonte Neukirchens Erster Stadtrat Gerd Höfer. Das könne zunächst erstmal auch eine positive Duldung sein.

„Sie schaffen es nicht diese Ängste wegzudiskutieren“, ist dagegen Gerd Müller überzeugt. Von der Einschätzung der Experten, dass eine Hetzjagd - nicht nur in einem sozialen Netzwerk - von der rechten Szene inszeniert werde, wollte der Neukirchener nichts hören: „Wenn ich eine persönliche Meinung habe, will ich die auch kundtun.“

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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