Familienfreundlichkeit ist für Kommunen und Wirtschaft gleichermaßen wichtig

Leben und arbeiten vor Ort

Akteure und Organisatoren: von links Anna-Marie Schröder (Bündnisfamilie 2.0), Frank Sattelmacher (Ehrenamtlicher Mitarbeiter der Felsberger Freiwilligenagentur), Dr. Jan Schröder (Bündnisfamiie 2.0, Moderator der Veranstaltung), Bürgermeister Volker Steinmetz, Kinder- und Frauenbeauftragte Inge Koch, vorne Nicole Löchel-Tschirner (Koordinatorin beim Mehrgenerationenhaus Felsberg und Mitorganisatorin der Tagung) Foto:  Müller-Neumann

Felsberg. Städte und Gemeinden beklagen den Verlust an Einwohnern, insbesondere jüngeren. Firmen leiden unter dem Mangel an guten Arbeitskräften. Familienfreundlichkeit, mit der sich Arbeit und Familie besser miteinander vereinbaren lassen, hilft allen Beteiligten.

Eine ganztägige Fachtagung in Felsberg zeigte Mängel und Lösungsmöglichkeiten auf.

Die dabei gesteckten Ziele besprachen die 120 Teilnehmer aus mehreren Bundesländern nach ihren Orten getrennt, denn der demografische Wandel sieht überall anders aus. Während große Städte eher das Problem mit der Integration haben, stehen ländliche Regionen vor der Schwierigkeit, die Bevölkerung halten zu können.

Die Botschaft der Tagung fasste Moderator Dr. Jan Schröder aus Bonn zusammen: Man dürfe nicht nur den wirtschaftlichen Forderungen folgen, sondern auch den sozialen. Eine Gesellschaft funktioniere nur, wenn auch Familien und das Netzwerk funktionieren. Schröder: „Wirtschaft floriert nur mit einer sozial stabilen Gesellschaft.“

„Familienpolitik muss als eigener Wert verstanden und gefördert werden“, fügte Felsbergs Bürgermeister Volker Steinmetz im Pressegespräch an. Wirtschaft und Unternehmer müssten daher stärker an der Kinderbetreuung beteiligt werden.

Letzlich gelte es, schon junge Menschen in der Region zu verankern, „je früher, desto besser“, meinte Schröder. Und: „Es verlassen mehr Menschen den Arbeitsmarkt als nachrücken. Wenn dann noch Abwanderung dazukommt, dann bekommt die Region wirklich Schwierigkeiten.“ Diese Bindung aufzubauen und zu erhalten, ist eine Herausforderung, die nicht nur die mittlere und jüngere Generation angehen muss. „Wir haben so viele fitte Ältere, die noch etwas machen wollen. Man kann sie gut einbinden in die Arbeit mit Jüngeren“, machte Felsbergs Kinder- und Frauenbeauftragte Inge Koch deutlich.

Zudem setzt sie auf die Zusammenarbeit in der Region, daher waren auch die Stadt Melsungen und das Regionalforum Mittleres Fuldatal in die Großveranstaltung eingebunden, die ohne Helfer und Sponsoren für Honorare, Verpflegung und Material nicht hätte stattfinden können. (bmn) 

Quelle: HNA

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