Das Leben in einer kalten Welt

Der Kleine Chor der Homberger THS kam ganz groß raus: Die neun Mitglieder wurden am Freitag in der Aula der Schule für ihren Liederzyklus „Gedankenkinder“ bejubelt. Foto:  Meinicke

Homberg. „Gedankenkinder - Ein Liederzyklus", so lautete das Programm des Freitagabends in der Aula der THS.

Seit März hatten acht Mädchen und ein Junge, der „Kleine Chor“, diese Veranstaltung neben der Schulzeit vorbereitet. Sie schrieben die Texte, arbeiteten an den Kompositionen und übten die Darstellung ein. Mitgewirkt haben Jasmin Nagel, Franziska Arnold, Stella Ziegler, Tabita Suhm, Paula Hoffrichter, Gina Hommel, Zoe Alder, Jolina Harle und Louis Kusan.

Silvia Kordes vom Fachbereich Musik war dabei der treibende Motor. Einstudiert wurden die Abläufe mit den Konzertpädagoginnen Christine Weghoff und Constanze Betzl. Unterstützung gab es durch die Sparkassenstiftung.

„Ich gehe den Gedankengang lang“ ertönte die Stimme eines Mädchens. Nach und nach kamen sie in den Saal. Von der Seite, aus den Sitzreihen, vom Bühnenhintergrund. Die Stimmen klangen nachdenklich, schrill, ängstlich, oder tapfer.

Der magische Sound, die Gedankenfäden, fesselten das atemlos lauschende Publikum. Dieses märchenhafte Gefangensein konnten die Akteure bis zum Schluss durchhalten. Das lag an den hervorragenden Texten ebenso, wie am Einsatz verschiedenster Kunstformen. Ein starkes Element war dabei die minimalistische Choreografie - kleine, genaue Schritte, sparsamste Arm- und Handbewegungen. Nahezu kabarettistisch wurden bei einem Stück rhythmisch Zeitungen zerknüllt. In einem gefühlvollen Solo trug Tabita Suhm die Ballade „Vision“ vor, auf der Gitarre von Dominik Dubik begleitet. Im Song „Realität“ heißt es „Die Welt ist ganz schön kompliziert/Kein Wunder, dass man so oft friert“. Wer diesen Abend miterleben durfte, fror garantiert nicht. Diese grandiose Darbietung der Jugendlichen ließ alle warm werden - ums Herz.

Von Michael Meinicke

Quelle: HNA

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