Von Gudensberg nach Cape Breton: Leben in einer neuen Welt

Vorfreude: Lisa Neumann (18) wird ein Jahr lang mit Behinderten im Osten Kanadas arbeiten.

Gudensberg. Dem Zufall überlässt Lisa Neumann nicht viel. Schon in der 12. Klasse stand für sie fest, dass nach dem Abitur ein Auslandsjahr das beste wäre.

Also hörte sie sich Anfang 2014 an, was die Leute vom Sozialen Friedensdienst aus Kassel in der Ursulinenschule Fritzlar über ihre Arbeit erzählten.

Sie entschied sich für eines der Angebote, bewarb sich zeitig und wird nun für ein Jahr in einer Einrichtung mit behinderten Menschen leben und arbeiten - auf der kanadischen Insel Cape Breton.

„Arche“ heißt die Organisation, für die die 18-jährige Lisa aus Gudensberg in der kanadischen Provinz Nova Scotia im nördlichen Atlantik arbeiten wird. „Dort leben Behinderte mit Nichtbehinderten zusammen, in einzelnen Häusern und Wohngruppen“, erzählt sie. Ihre Aufgabe als Assistentin wird es sein, den Alltag mit den betreuten Menschen zu gestalten, vom Aufstehen über Haushaltsarbeiten bis zum Transport.

In der Arche-Wohngemeinschaft leben 30 bis 50 Menschen zusammen. Es gibt seit der Gründung 1964 inzwischen 135 Archen in 30 Ländern weltweit. Ursprünglich wurde sie in Frankreich gegründet als eine ökumenische Gemeinschaft mit dem christlichen Glauben als Grundlage gemeinsamen Handelns.

Auch wenn sie im Osten Kanadas nahe der Provinz Quebec liegt: Die Provinz Nova Scotia ist englischsprachig. In zwei Vorbereitungsseminaren, die der Soziale Friedensdienst in Deutschland anbietet, lernt Lisa die Organisation und deren Ziele sowie ihre Mit-Assistenten kennen. „Eine kenne ich schon, die kommt aus Köln“, erzählt die Gudensbergerin.

Sie weiß, dass ihr Leben sich in den kommenden zwölf Monaten komplett verändern wird: Cape Breton Island liegt am äußeren Ende des Kontinents, ist sehr einsam, dafür aber mit einer beeindruckenden Landschaft und Natur.

Sie hofft jedenfalls auf ganz viele neue Erfahrungen und interessante Erlebnisse sowie Kontakte zu anderen Freiwilligen aus der ganzen Welt. „Außerdem habe ich überlegt, später Sonderschulpädagogik zu studieren“, sagt sie. Da könne sie jetzt erfahren, ob das was für sie sei.

Um die Arbeit des Sozialen Friedensdienstes auch finanziell zu unterstützen, werden die Freiwilligen aufgefordert, einen Unterstützerkreis zu gründen und um Spenden zu werben. Lisa Neumann, die viel schreibt, bereits einmal veröffentlicht wurde und zur Literaturwerkstatt Gudensberg gehört, hat dafür ihre Kollegen der Werkstatt für eine Lesung gewonnen.

Lesung für Spenden

Die Lesung findet statt am Freitag, 24. Juli, ab 19 Uhr in der Buchhandlung Holetz in Gudensberg. „Es wäre schön, wenn viele kämen und den sfd und damit meine Arbeit mit einer Spende unterstützen würden“, sagt Lisa.

Sie wird am 29. August abreisen und dann von ihrer Arbeit in Whycocomagh mehrfach berichten.

Quelle: HNA

Kommentare