Blick in die Geschichte

Buch über medizinische Versorgung in Gilserberg erschienen

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Haben die Geschichte der medizinischen Versorgung im Hochland in Buchform veröffentlicht: Dr. Jochen Führer (Heimatgeschichtlicher Arbeitskreis, links) und Dr. Joachim Klug. 

Gilserberg. Als Dr. Joachim Klug 1982 als junger Landarzt nach Gilserberg kam, gab es im Hochland so gut wie keine medizinische Infrastruktur. 

Klug übernahm damals die Praxis von Hausarzt Dr. Handstein, der sich nach mehr als 35 Jahren in den Ruhestand verabschiedete. 

Die Anfänge

 „Dr. Handstein ist mir in den Jahren fast zum väterlichen Freund geworden. Während seines Berufslebens hatte er keine Vertretung und keinen freien Tag“, erinnert sich der heute 66-jährige Dr. Klug. Nach der Praxisübernahme im Juli 1982 arbeitete der Landarzt vor allem am Aufbau einer besseren medizinischen Versorgung im Hochland. Denn die medizinische Infrastruktur reduzierte sich ab Ende der 60er-Jahre auf einen Kassenarztsitz. Apotheke, Diakonisse und Zahnarzt gab es nicht mehr.

Der Aufbau

Blick in die Geschichte: Das Buch ist ab sofort erhältlich.

Die Patientenzahlen stiegen stetig an und waren dann 1983 die Grundlage für die Neueröffnung einer Apotheke. In den Folgejahren wurde das Gesundheitsnetz stetig erweitert. So etablierte sich 1990 ein Pflegeteam, ein Pflegeheim entstand (1995), Betreutes Wohnen (1998) und nicht zuletzt die Suchtnachsorgeeinrichtung, die seit den 90er-Jahren vom Paritätischen Wohlfahrtsverband betrieben wird. „Dr. Klug hatte einen wesentlichen Anteil daran, dass in Gilserberg ein umfassendes medizinisches Netzwerk entstehen konnte. Er hatte die Vision, die Kompetenz, den Willen und die Kontakte, die dazu nötig waren“, sagte Dr. Jochen Führer, Vorsitzender des Heimatgeschichtlichen Arbeitskreises Gilserberg, mit dessen Zusammenarbeit das Buch entstand.

Der Landarzt

Landarzt zu werden, sei von jeher sein großer Wunsch gewesen, erinnert sich Dr. Klug im Gespräch mit unserer Zeitung. Der berufliche Alltag eines Landarztes sei aber nicht immer einfach gewesen. „Man war komplett eingebunden in das Leben der Bevölkerung, es gab Tag- und Nachtdienste. Auch bei Unfällen musste man als Landarzt ausrücken, die Versorgung durch einen Notarzt gab es damals noch nicht“, berichtet Klug.

Die Zukunft

Trotz schwerer Krankheit engagiert sich Dr. Klug auch heute dafür, den Gesundheitsstandort Gilserberg weiter auszubauen. Das nächste Projekt ist das erste stationäre Hospiz im Schwalm-Eder-Kreis. Als einer von zwei Vorsitzenden des Hospiz-Fördervereins rekrutiert Klug Fördermitglieder und sammelt Spenden.

Das Buch

Die Geschichte der medizinischen Versorgung im Hochland ist jetzt in dem Buch „Kleine Geschichte zur medizinischen Versorgung im Gilserberger Hochland - Besonderheiten aus dem Leben eines Landarztes“ erschienen. Die Dokumentation beginnt mit den Anfängen der medizinischen Versorgung ab 1850 und spannt den Bogen bis zum gegenwärtigen Bau des Hospizes am Ortsrand von Gilserberg. Angereichert sind die Texte mit zahlreichen Bildern, Collagen und Grafiken.

Verkaufsstellen:

Das Buch gibt es beim Arbeitskreis für 15 Euro (zwei Euro für Hospiz-Verein) und außerdem bei der Gemeinde Gilserberg, in der Hochlandpraxis, im Hochlandlädchen, KSK Gilserberg, Schwälmer Brotladen, VR Bank Gilserberg, Walpurgis-Apotheke Gilserberg und im Buchladen Hexenturm in Treysa.

Quelle: HNA

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