Das Fest der Eisernen Hochzeit feiern heute Anna Lina und Heinrich Lesch, beide 88 Jahre alt

Das Leben fröhlich meistern

Freuen sich auf ihren Ehrentag: Anna Lina und Heinrich Lesch sind seit 1948 ein Ehepaar. Das wird mit der Familie gefeiert. Foto: Rose

Allendorf/Frielendorf. Mit einer Feldpostkarte eroberte er als junger Soldat 1944 das Herz seiner späteren Frau: Seitdem sind Anna Lina und Heinrich Lesch aus Allendorf unzertrennlich. Vor 65 Jahren gab sich das Paar das Ja-Wort. Heute feiern die Leschs Eiserne Hochzeit.

Die Liebesgeschichte der beiden bahnte sich 1941 in der Küche eines Lohner Bauernhofes an, wo Anna Lina Lesch in Stellung war. Der 17-jährige Heinrich, der aus einer Schäferfamilie stammt, war mit den Tieren unterwegs und machte dort Station. „Sie kam zufällig in die Küche und sagte als erstes: So jung und dann schon verlobt“, erinnert sich Heinrich. Anna Lina, zarte 16 und nicht auf den Mund gefallen, hatte nämlich gehört, dass ein junger Schäfer aus der Gegend bereits versprochen sei. „Dabei war das sein Kollege“, bekam sie später heraus. Heinrich weiß bis heute, was ihm an seiner Anna so gefällt: „Sie ist lebenslustig.“ Das verschmitzte Lächeln ist der 88-Jährigen bis heute geblieben.

Als junge Frau machte sie stets ihre Scherze: Ein langer Pfiff auf den Fingern genügte, und Hütehund Tilo legte sich gemütlich hin, sehr zum Unmut des Herrchens. Drehte Heinrich Lesch bei Mondenschein eine Runde mit dem Schlepper, flogen ihm aus dem Hinterhalt Rübenspitzen an den Kopf. Die jungen Leute verloren sich in den ersten Kriegsjahren zunächst aus den Augen – bis Heinrich die Karte von der Front schickte.

Nach der Heirat fand Heinrich Lesch eine Anstellung in der Roten Mühle in Niederbeisheim. 1951 wechselte er nach Allendorf. Seine Aufgaben als Schäfer nahm er ernst: „Halbe Sachen habe ich nie gemacht“, erzählt er. Und seine Frau stärkte ihm den Rücken: „Er wurde immer geholt, wenn irgendwo ein Lamm oder eine Ziege Nachwuchs erwartete“, erzählt sie. Nachts, sonn- und feiertags.

1949 wurde die erste Tochter der Leschs geboren, vier Jahre später ein Sohn, 1956 erneut eine Tochter. Zwei Jahre später baute die Familie ein Haus.

In seiner Freizeit beurteilte Lesch Schäferhunde, bildete mehr als 50 Tiere zu Hütehunden aus. Seine Frau begleitete ihn oft auf Reisen quer durch Deutschland.

Sie leben jetzt in Frielendorf

Dabei war sich das Paar immer einig. Gezankt haben sie sich nie: „Manchmal habe ich geschluckt, aber ein böses Wort ist mir nie über die Lippen gekommen“, sagt der 88-Jährige. Seit Januar lebt das Paar nicht mehr im Haus in Allendorf, sondern im Diakonie-Zentrum Frielendorf: „Für uns war das die Lösung“, sagt Lesch. Aber die Familie sei immer in der Nähe. „Es sind alle um uns rum.“

Besuch kommt häufig – aus dem Ort oder von den Verwandten. Leschs haben sieben Enkel und sieben Urenkel. Gefeiert wird das Ehejubiläum am Karfreitag – mit einer Andacht und im Kreise der Familie.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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