Ein Leben lang im Schuppen

Beuern: Mischlingshund völlig verwahrlost aufgefunden

Unzumutbare Tierhaltung: Schäferhundmischling Bärchen wurde wahrscheinlich zwölf Jahre vorwiegend isoliert in einem Schuppen gehalten. Foto: privat

Beuern. Bärchen haben ihn die Besitzer genannt, ihn dann aber nicht gut behandelt. Das Tierheim Beuern hat einen Hund aus seinem Zuhause heraus geholt, der völlig verwahrlost ist.

Der zwölf Jahre alte Schäferhundmischling wurde wahrscheinlich sein Leben lang in einem Schuppen gehalten, teilte das Tierheim mit.

Das Tier sei völlig verängstigt und sehr scheu. „Das Fell ist völlig verfilzt, es war eingekotet und roch nach Urin“, sagte Ralf Pomplun, Mitarbeiter vom Tierheim Beuern. Von dem beißenden Ammoniak seien auch die Haut und die Augen des Hundes angegriffen. Vermutlich habe Bärchen wenig Kontakt mit Menschen gehabt und sei wohl auch wenig gestreichelt worden. Das vermutet Pomplun, weil der Hund nicht an Berührungen gewöhnt sei.

Der Hausbesitzer war auf die schlechte Haltung des Tieres seiner Mieter aufmerksam geworden, sagte Pomplun. Er habe bemerkt, dass der Hund auch tagsüber immer in dem Schuppen untergebracht war und informierte das Tierheim. Die Mitarbeiter suchten darauf hin den Ort auf und nahmen das Tier sofort mit. Die Besitzer des Hundes hätten kooperiert, sagte Pomplun. Sie seien offensichtlich froh gewesen, ihn abgeben zu können.

Mittlerweile ist Bärchen im Tierheim. Man gewöhne ihn langsam an ein anderes Leben. Er werde aufgepäppelt und auch zutraulicher. Das Fell müsse demnächst vollständig geschoren werden, damit es sich wieder erholen könne. Pomplun glaubt, dass der Hund danach auch vermittelbar sei. Es sei vom Tierheim nicht vorgesehen, dass der Hund dort sein Gnadenbrot bekäme.

Ein neuer Halter müsse sich darauf einstellen, dass der Hund aufgrund seiner Erfahrungen die Nähe zum Menschen nicht ständig suche. Selbst wenn die Tierhaltung nicht artgerecht gewesen sei werde der Besitzer des Tieres nicht angezeigt. Sie seien offensichtlich froh gewesen, dass sich nun jemand um das Tier kümmert. Die Halter seien wohl dazu gesundheitlich nicht in der Lage gewesen. Sie schienen mit dem Hund überfordert, sagte er.

Eine solche Behandlung sei aber nicht nötig. Wer Hilfe benötige, solle sich immer vertrauensvoll an die Mitarbeiter des Tierheims wenden. Es sei besser, ein Tier frühzeitig in die Obhut von Tierschützern zu übergeben, als jahrelanges Dahinvegetieren zuzulassen.

Helfer gesucht 

Neben tierlieben Menschen, die für Bärchen spenden oder eine Futter- und Versorgungspatenschaft übernehmen möchten, suche der Verein Menschen, die Zeit mit ihm im Auslauf verbringen. Sobald sich der Zustand von Bärchen stabilisiert hat, sucht das Tierheim ein neues Zuhause für ihn.

• Kontakt: Tierheim Beuern, Tel. 05662/6482 (13 bis 16 Uhr), www.tierheim-beuern.com

Quelle: HNA

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