Moderne Theateraufführung der Schüler der Gustav-Heinemann-Schule

Wie das Leben so spielt

Borken. „Du bist dumm, du bist schlecht in der Schule, ein Loser, du bist eine Enttäuschung für deine Eltern“, ruft der Stimmenchor durcheinander. In der Mitte auf der Bühne hockt Melchior, ein unglücklicher Teenager, gespielt von Catrin Conrad.

Die Schüler des Kurses Darstellendes Spiel der Gustav-Heinemann-Schule zeigten das Theaterstück „Wie das Leben so spielt“, frei nach dem Stück „Frühlings Erwachen“ von Frank Wedekind.

Klassische Verszeilen wechselten spannungsreich ab mit der Alltagssprache der Jugendlichen, das Stück erhielt dadurch einen aktuellen Bezug. Die Schüler hatten mit ihren Lehrerinnen Carina Sinemus und Katharina Koch den Klassiker als Grundlage verwendet und eigene Lebenserfahrungen einfließen lassen.

Entstanden ist ein Theaterstück, das sich mit der ersten Liebe, der Loslösung von den Eltern und dem Druck in der Schule beschäftigt. „Das sind Themen, die die Schüler beschäftigen“, sagte Sinemus. Zur Zeit befänden sich viele der Zehntklässler in den Abschlussprüfungen.

Für die Schüler der neunten und zehnten Jahrgangsstufe, die beim Theaterkurs mitmachen, seien die Erfahrungen besonders wichtig für die Prüfungen, aber auch für das spätere Berufsleben nützlich. Sie lernten, sich zu präsentieren und vor einer Gruppe zu stehen. Auch soziale Kompetenzen würden gefördert.

120 Zuschauer verfolgten den Reigen um Liebe und Melancholie. „Wir hatten nicht damit gerechnet, dass so viele kommen“, sagte Schulleiter Heinz Meier erfreut. Auch viele Schüler interessierten sich für das Fach Darstellendes Spiel, das ab kommendem Schuljahr als Wahlunterricht mit drei statt bisher mit zwei Stunden pro Woche angeboten wird. 30 Schüler hätten sich schon dafür eingewählt.

Anke Hardt aus Kassel, ehemalige Lehrerin für Darstellendes Spiel an der Borkener Gesamtschule, lobte die Inszenierung: „Die emotionalen und stillen Momente waren sehr überzeugend. Die Schüler haben mit viel Freude gespielt, das hat man gemerkt“. Auch das chorische Sprechen und die Bilder, die ohne Sprache transportiert wurden, seien gelungen,

Von Bettina Mangold

Quelle: HNA

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