HNA-Porträt: Emma Weise, Gründerin des Vereins Tiernothilfe Breuna

Ein Leben für die Tiere

Ein prima Team: Emma Weise und der Rehpinscher Luky. Das bunte Jäckchen trägt er nicht zur Zierde, sondern zum Schutz. Foto: Gallacher

Wettesingen. Ein brauner Cockerspaniel war das erste Tier, das Emma Weise als Pflegefall aufnahm - ein schwieriger Hund, erzählt sie: Er hatte die „Cockerwut“ - ständig wiederkehrende Beißanfälle; zerriss alles, was ihm vor die Schnauze kam, und es war furchtbar schwer, überhaupt an ihn heranzukommen.

Emma Weise behandelte ihn mit viel Geduld, ließ ihm ein Revier im Hühnerhaus und Freilauf im angrenzenden Garten. Persönliche Fütterung und Routine waren ihr Geheimrezept zur Zähmung des unzugänglichen Tieres: Sie stellte seinen Napf nicht einfach hin – vielmehr musste der Cocker zu ihr kommen. Dazu machte sie stets dieselbe einladende Handbewegung.

Bevor Emma Weise Tiere bei sich zu Hause aufnahm, half sie ehrenamtlich bei der Tiernothilfe Kreis Wolfhagen. Als deren Leiterin starb, bedeutete das das Aus dieser Einrichtung. Der besagte Cocker stand nur am Anfang einer langen Reihe von Hunden, Katzen und anderen Tieren, die auf dem Anwesen der inzwischen 74j-Jährigen eine vorübergehende Heimat fanden.

Vier Kinder und vier Enkel

Gleichzeitig führte Weise einen Lotto-Laden – aber, so sagt sie, ihr Lebenswerk sei die Tiernothilfe. Ihr Mann war Fernfahrer, so war sie die ganze Woche über allein. Zweibeiniger Lebensinhalt sind ihre vier Kinder und vier Enkel, wovon zwei mit einer Tochter aus erster Ehe in den USA leben.

Da viele Tiere auch viel Futter brauchen, streckte Emma Weise in den 90er Jahren die Fühler nach einer Vereinsgründung aus. Sie hielt eigentlich nicht viel von Vereinen, erzählt sie lachend, aber sie sah die Notwendigkeit, Unterstützung für die vielen Hunde und Katzen zu organisieren.

Der Schutz von Tieren wie Katzen fängt für Emma Weise bei der Geburtenregelung, sprich der Kastration der weiblichen Tiere, an. Normalerweise werfen Katzen zwei- bis dreimal pro Jahr drei bis sechs Jungtiere. Weise: „So viele Katzen braucht auch der Bauer wegen der Mäuse nicht.“ Deshalb müsse der Mensch steuernd eingreifen. „Wir geben daher nur noch kastrierte und gechipte oder tätowierte Katzen ab.“ sagt Emma Weise.

Emma Weise hat inzwischen ihre Arbeit aus gesundheitlichen Gründen eingeschränkt und den Hauptpart in die Hände von Jutta Zyweck in Zierenberg gelegt. Trotzdem beherbergt sie noch drei Katzen, zwei Hunde, Fische, eine Schar von Hühnern - und seit kurzem einen Waschbären.

Weise wird Ehrenmitglied

Für ihr Engagement im Zeichen des Tierschutzes soll Emma Weise bei der Jahreshauptversammlung der Tiernothilfe Breuna am 28. Juni die Ehrenmitgliedschaft verliehen bekommen.

Von Stefanie Gallacher

Quelle: HNA

Kommentare